Acht Monate. So lange hatte BYD keinen einzigen Monat mehr verkauft als im Vorjahr. Dann kam der Mai 2026, und der Konzern aus Shenzhen meldete 383.453 neue Elektrofahrzeuge, ein hauchdünnes Plus von 0,26 Prozent gegenüber den 382.476 Einheiten aus dem Mai 2025. Klingt nach wenig. Ist aber das Ende einer langen Durststrecke.
Der eigentliche Knaller steckt woanders
Wer nur auf die Jahresvergleichszahl schaut, verpasst das Wesentliche. Gegenüber April 2026 legte BYD um satte 19,41 Prozent zu, von 321.123 auf 383.453 Einheiten. Das ist kein Ausreißer, das ist eine Erholung mit Wucht.
Noch auffälliger: die Exportzahlen. 160.644 NEV-Einheiten hat BYD im Mai ins Ausland verschifft, ein Plus von 80,4 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Für einen Konzern, dem westliche Märkte mit Zöllen das Leben schwer machen, ist das eine beachtliche Ansage.
PHEVs laufen, BEVs erholen sich
Innerhalb der Pkw-Sparte, die auf 376.990 Einheiten kam, zeigt sich ein interessantes Bild. Die reinen Elektroautos, also die BEVs, verkauften sich mit 198.674 Einheiten zwar noch 2,79 Prozent schwächer als im Vorjahr, zogen aber gegenüber April um 26,59 Prozent an. Die Plug-in-Hybride hingegen laufen rund: 178.316 Einheiten, plus 3,34 Prozent im Jahresvergleich, plus 13,46 Prozent gegenüber April. BYDs PHEV-Strategie zahlt sich offenbar aus.
Das Problem bleibt das Gesamtjahr
Wer jetzt zu früh feiert, sollte einen Blick auf die kumulierten Zahlen werfen. In den ersten fünf Monaten 2026 hat BYD insgesamt 1.405.039 Fahrzeuge abgesetzt, das sind 20,32 Prozent weniger als im gleichen Zeitraum 2025. Die Produktion liegt mit 1.410.884 Einheiten sogar 21,27 Prozent unter Vorjahr. Ein einziger guter Monat macht noch keinen Jahrestrend.
Die BYD-Aktie hat heute gut 5 Prozent zugelegt, liegt auf Jahressicht aber noch im Minus. Ob der Mai der Wendepunkt war oder nur eine Atempause in einem schwierigen Jahr, das werden die Monate bis zu den nächsten Quartalszahlen Ende August zeigen. 80 Prozent mehr Exporte jedenfalls sind kein Zufallstreffer.
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