Die mongolische Hauptstadt Ulaanbaatar will ihr öffentliches Nahverkehrsnetz modernisieren und setzt dabei auf Technologie von BYD. Medienberichten zufolge unterzeichnete die Stadtverwaltung eine Absichtserklärung mit BYD Company Limited. Gegenstand der Vereinbarung ist eine Prüfung, ob das vollelektrische Transitsystem Sky Shuttle in das städtische Verkehrsnetz integriert werden kann.
Die entsprechende Machbarkeitsstudie soll bis Dezember vorliegen. Verläuft die Prüfung positiv, ist der Baubeginn für März 2027 vorgesehen. Mit dem schienengebundenen Transitsystem adressiert der chinesische Konzern gezielt Metropolen, die nach emissionsfreien Entlastungen für den innerstädtischen Verkehr suchen.
Technologie-Offensive in Südostasien
Parallel zum Vorstoß im Schienenverkehr treibt das Unternehmen auch den Ausbau seines Automobilgeschäfts in Asien voran. In Indonesien stellte BYD die zweite Generation seiner Blade Battery sowie die Schnellladetechnologie FLASH Charging vor. Im Zuge dessen wurden dort die Modelle Denza D9 und Z9GT eingeführt.
Die neuen FLASH-Ladestationen sollen zunächst an zehn Denza-Handelsstandorten errichtet werden. Bis zum Jahresende plant das Unternehmen zudem den Aufbau eines öffentlichen Ladenetzes in der Region. Damit verstärkt BYD seine vertikale Integration im südostasiatischen Raum, indem die Bereitstellung von Fahrzeugen mit der passenden Ladeinfrastruktur gekoppelt wird.
Steueränderungen und Gegenwind im Export
Die internationalen Expansionsschritte erfolgen vor dem Hintergrund sich wandelnder handelspolitischer Rahmenbedingungen. Laut der Nachrichtenagentur Reuters gab das chinesische Finanzministerium zusammen mit der staatlichen Steuerverwaltung bekannt, dass die Mehrwertsteuerrückerstattung für Exporte von Fahrzeugen mit alternativen Antrieben zum 1. April 2027 von 13 auf 9 Prozent sinken wird. Die Maßnahme betrifft den gesamten chinesischen Exportsektor für New Energy Vehicles.
Zusätzlich verständigten sich die Europäische Union und China vor gut einer Woche darauf, die Importe chinesischer Hybridfahrzeuge auf 350.000 Einheiten pro Jahr bei einem jährlichen Zuwachs von 6 Prozent zu begrenzen. Diese Beschränkung könnte die Ausfuhr von BYD-Plug-in-Hybriden auf den europäischen Markt dämpfen, wenngleich Umsetzungsdetails noch ausstehen.
An der Börse spiegeln sich diese handelspolitischen Hürden in der Kursentwicklung wider. Zum Handelsschluss am Freitag notierte die BYD-Aktie bei 8,34 Euro. Seit Jahresanfang verzeichnet das Papier damit ein Minus von 22 Prozent. Der Abstand zum 200-Tage-Durchschnitt von 10,12 Euro beläuft sich auf minus 18 Prozent.
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