Rekordexporte auf der einen Seite, Lieferwartezeiten von bis zu drei Monaten auf der anderen. BYD steckt mitten in einem Wachstumsproblem der angenehmen Art— die Nachfrage nach neuen Modellen übersteigt derzeit die Produktionskapazitäten.
BYD-Chef Wang Chuanfu räumte am 15. Mai ein, dass die Batteriekapazitäten des Konzerns knapp sind. Mehrere Modelle der Marken Dynasty, Ocean, Denza und Yangwang befinden sich gleichzeitig in der Hochlaufphase. Besonders betroffen sind Fahrzeuge mit der zweiten Generation der Blade-Batterie und Schnellladesystemen— darunter der Song Ultra EV und der Tang EV. Kunden warten dort aktuell zwei bis drei Monate auf ihr Fahrzeug.
Wang zeigte sich dennoch zuversichtlich. Sobald zusätzliche Batteriekapazitäten verfügbar werden, sollen die monatlichen Verkaufszahlen steigen. BYD plant, die neue Batteriegeneration im Laufe des Jahres 2026 auf weitere Modelle auszurollen. Das erste Halbjahr bleibt damit schwächer— das zweite soll es rausreißen.
Exportrekord trotz schwächelndem Heimatmarkt
Die April-Zahlen zeigen ein gespaltenes Bild. BYD verkaufte insgesamt 321.123 Elektrofahrzeuge— ein Plus von knapp sieben Prozent gegenüber März. Im Jahresvergleich sanken die Gesamtverkäufe jedoch deutlich. Besonders der chinesische Inlandsmarkt schwächelte: Die Pkw-Verkäufe im Heimatmarkt lagen bei 182.025 Einheiten— rund 32 Prozent unter dem Vorjahreswert.
Den Gegenpol bildet das Exportgeschäft. BYD lieferte im April 135.098 Fahrzeuge ins Ausland— ein Anstieg von rund 70 Prozent gegenüber dem Vorjahr und ein neuer Rekord.
Europa und Ladeinfrastruktur als nächste Baustellen
International baut BYD seinen Druck aus. Der Konzern prüft offenbar den Kauf ungenutzter europäischer Werke und führt Gespräche mit Stellantis. Die Premiummarke Denza soll noch in diesem Jahr in Großbritannien starten. Bis Ende 2026 plant BYD, Denza in rund 30 europäischen Märkten anzubieten— mit Modellen wie dem Z9GT und dem Siebensitzer D9.
Im Inland treibt BYD den Aufbau seines Schnellladenetzes voran. Bis Mitte Mai betrieb das Unternehmen knapp 6.000 Schnellladestationen in 312 chinesischen Städten. Das erklärte Ziel: 20.000 Stationen bis Ende 2026.
Die Hongkonger Aktie verlor am 15. Mai rund 1,7 Prozent auf 96,45 Hongkong-Dollar. Auf Jahressicht liegt das Papier etwa ein Drittel unter seinem Höchststand— der Markt wartet auf den Beweis, dass die Produktionsengpässe tatsächlich im zweiten Halbjahr aufgelöst werden.
BYD-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue BYD-Analyse vom 16. Mai liefert die Antwort:
Die neusten BYD-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für BYD-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 16. Mai erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
