BYD Aktie: 27.008 Zulassungen im April

Chinesischer E-Auto-Hersteller BYD übertrifft Tesla bei Europa-Neuzulassungen im April deutlich. Der Aktienkurs bleibt dennoch schwach.

Auf einen Blick:
  • Rekordwert von 27.008 Neuzulassungen im April
  • BYD liegt klar vor Tesla in Europa
  • Aktienkurs trotz Absatzrekord im Minus
  • Gewinneinbruch belastet die Aktie

BYD hat im April in Europa so viele Autos zugelassen wie nie zuvor. Die Daten des europäischen Autoherstellerverbands ACEA zeigen: Der chinesische E-Auto-Pionier setzte im April 27.008 Fahrzeuge ab – ein Plus von 114,5 Prozent zum Vorjahr. Tesla kam im gleichen Zeitraum auf nur 10.654 Zulassungen.

Damit untermauert BYD seine Position als aufstrebender Player in Europa. Die Gesamtzulassungen im EU-Raum plus Großbritannien und EFTA stiegen im April um sieben Prozent auf rund 1,15 Millionen Fahrzeuge. Elektrifizierte Modelle – rein elektrisch, Plug-in-Hybride und Hybride – legten um 21 Prozent zu und machten mehr als zwei Drittel aller Neuzulassungen aus. Benzin- und Dieselfahrzeuge verloren dagegen 15 bzw. 17 Prozent.

Die Tesla-Überholspur

Der Vergleich mit Tesla fällt eindeutig aus. Zwar stiegen Teslas Europa-Zulassungen im April um 46,5 Prozent – doch das lag vor allem am niedrigen Vorjahresniveau. In absoluten Zahlen bleibt BYD klar vorn. Von Januar bis April 2026 verzeichnete BYD 101.221 Zulassungen in Europa, ein Anstieg von 143,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Damit gehört der chinesische Hersteller erstmals zu den 20 meistverkauften Automarken in Europa.

Dass auch Chery mit einem Plus von 322 Prozent stark zulegte, zeigt: Der Erfolg ist kein BYD-Phänomen, sondern Teil einer breiteren Offensive chinesischer Hersteller in Europa.

Skepsis an der Börse

Trotz der starken Absatzzahlen bleibt der Aktienkurs unter Druck. Die in Hongkong notierte BYD-Aktie notierte zuletzt bei 90,30 Hongkong-Dollar – ein Minus von 0,44 Prozent. Seit Jahresbeginn summiert sich das Minus auf 5,30 Prozent.

Der Grund: Die Europa-Zahlen stehen im Kontrast zu den jüngsten Geschäftszahlen. Im ersten Quartal 2026 brach der Nettogewinn um 55,4 Prozent auf 4,1 Milliarden Yuan ein, der Umsatz sank um 11,8 Prozent auf 150,2 Milliarden Yuan. Grund waren schwache Inlandsverkäufe und ein intensiver Preiskampf in China.

Europa ist für BYD nicht nur eine PR-Story. Das Unternehmen hat sich zum Ziel gesetzt, 2026 rund 1,5 Millionen Fahrzeuge außerhalb Chinas zu verkaufen. Die aktuellen Zulassungszahlen stützen diese Expansion. Doch ob höhere Auslandsvolumina die schwächere Heimatprofitabilität kompensieren können, bleibt offen.

Günstiges Umfeld für E-Autos

Die Nachfrage nach Elektroautos in Europa zieht an. Die rein batterieelektrischen Zulassungen in der EU stiegen im April um 37,7 Prozent auf rund 200.000 Einheiten. In den ersten vier Monaten erreichten E-Autos einen Marktanteil von 19,7 Prozent. Benzin- und Dieselfahrzeuge kamen zusammen nur noch auf 30,2 Prozent – im Vorjahr waren es noch 38,1 Prozent.

Dieser Strukturwandel bietet BYD einen wachsenden Markt. Entscheidend für Anleger wird sein, ob sich die steigenden Europa-Volumina in den Margen niederschlagen. Die nächsten Quartalszahlen werden zeigen, ob der Wachstumskurs in Europa den Gewinndruck aus China zumindest teilweise ausgleichen kann. Bis dahin bleibt der positive Zulassungstrend ein wichtiges Signal – aber noch kein durchschlagender Kurstreiber.

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