Rekordzahlen aus der Fabrik, lange Gesichter an der Börse. Bei BYD klaffen operative Realität und Kursentwicklung massiv auseinander. Der Konzern feiert historische Produktionsmeilensteine und greift in Europa im Luxussegment an. Die Aktie rutscht indes weiter ab.
Tempo bei Produktion und Expansion
Im chinesischen Xi’an rollte am Mittwoch das 17-millionste New Energy Vehicle vom Band. Es dauerte nur 82 Tage seit der letzten Millionenmarke. Das Tempo zeigt sich auch in den Verkaufszahlen. Im ersten Halbjahr 2026 setzte BYD rund 1,81 Millionen Fahrzeuge ab.
Besonders das Auslandsgeschäft treibt das Wachstum. Hier stiegen die Verkäufe in den ersten sechs Monaten um 68 Prozent auf knapp 789.000 Einheiten. Allein im Juni verzeichnete der Konzern einen neuen Exportrekord von 170.000 Fahrzeugen.
Parallel dazu attackiert BYD den europäischen Premiummarkt. Beim Goodwood Festival of Speed präsentierten die Chinesen am Donnerstag mehrere Weltpremieren. Das Highlight: der Denza Z. Der elektrische Supersportwagen leistet fast 1.600 PS und beschleunigt in unter zwei Sekunden auf 100 km/h.
Neue Batterie-Generation lädt in Minuten
Die technologische Basis für diese Offensive bildet die neue Blade-Batterie der zweiten Generation. Sie ermöglicht extrem kurze Ladezeiten. Ein Fahrzeug lädt damit in etwa neun Minuten von 10 auf 97 Prozent. Selbst bei extremen Minusgraden verlängert sich der Vorgang nur marginal.
Um diese Technik nutzbar zu machen, baut der Konzern seine Infrastruktur massiv aus. Bis Ende Juni installierte BYD gut 7.000 Schnellladestationen in über 300 Städten. Das offizielle Ziel: 20.000 Stationen bis zum Jahresende.
Der Markt bleibt skeptisch
All diese Erfolgsmeldungen zünden an der Börse nicht. Die BYD-Aktie schloss am Donnerstag bei 9,25 Euro. Auf Jahressicht entspricht das einem deutlichen Minus von rund 29 Prozent. Das Papier notiert aktuell knapp sechs Prozent unter der 50-Tage-Linie.
Vom 52-Wochen-Tief bei 8,03 Euro im Juni hat sich der Kurs zwar etwas erholt. Das Allzeithoch vom vergangenen Sommer bei 14,80 Euro bleibt jedoch völlig außer Sichtweite.
Im zweiten Halbjahr muss BYD nun beweisen, dass die internationale Strategie die Margen stützt. Das Management peilt für das Gesamtjahr mehr als 1,5 Millionen verkaufte Fahrzeuge im Ausland an. Die neue Batterie-Generation soll ab sofort monatlich bis zu 30.000 zusätzliche Verkäufe generieren.
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