BYD hat im Juli 419.211 Fahrzeuge verkauft und damit den dritten Monat in Folge ein Absatzplus verzeichnet. Der chinesische Elektroautobauer meldete ein Wachstum von 21,8 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Treiber war erneut das Auslandsgeschäft: Mit 179.841 exportierten Fahrzeugen erreichte BYD einen Rekordwert, ein Plus von 124 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Auf dem chinesischen Heimatmarkt lief es dagegen deutlich schlechter – die Verkäufe fielen um rund 9 Prozent auf 239.370 Einheiten.
Die Kluft zwischen Auslandserfolg und Inlandsschwäche passt zum Bild, das sich auf dem chinesischen Elektroautomarkt insgesamt zeigt. Der Anteil neuer Energiefahrzeuge an den Neuzulassungen lag im Mai bei 62,9 Prozent, während sich einheimische Hersteller einem intensiven Preiskampf und auslaufenden Subventionen stellen müssen. Für BYD bedeutet das: Wachstum kommt zunehmend von außerhalb Chinas.
Neue Modelle sollen Schwung bringen
Auf Produktebene bleibt BYD aktiv. In Japan sicherte sich der elektrische Kei-Car „Racco“ nach dem Verkaufsstart am 28. Juli innerhalb der ersten Woche über 700 Bestellungen. Bis Jahresende peilt das Unternehmen 10.000 Bestellungen für das Modell an. Unter der Premiummarke Fang Cheng Bao teasert BYD zudem das SUV „Tai 9“ an – Generalmanager Xiong Tianbo kündigte eine Markteinführung für die zweite Jahreshälfte 2026 an.
Auf dem Heimatmarkt rollt der Mittelklasse-Sedan „Qin Max“ bereits zu den Händlern, der offizielle Verkaufsstart ist für den 13. August terminiert. Das Modell setzt auf das Assistenzsystem „God’s Eye B“ sowie die zweite Generation der Blade Battery. Parallel hat der Plug-in-Hybrid-Pickup „Shark“, bislang ausschließlich in Überseemärkten verkauft, die Zulassungsprüfung beim chinesischen Industrieministerium MIIT abgeschlossen – ein deutliches Signal für einen bevorstehenden Verkaufsstart auch in China.
Brasilien, Malaysia und ein Rechtsstreit
International treibt BYD den Ausbau seiner Produktionskapazitäten voran. Am Komplex in Camaçari im brasilianischen Bundesstaat Bahia soll die Pilotproduktion im August beginnen, die Massenproduktion in vollem Umfang wird bis Jahresende erwartet. In Malaysia liegen die Dinge komplizierter: Zum geplanten Montagewerk im Tanjong Malim hat das malaysische Ministerium für Investitionen, Handel und Industrie nach Angaben von Minister Johari Abdul Ghani im Parlament bislang keine formelle Mitteilung von BYD erhalten.
Für Unruhe sorgte zudem ein Rechtsstreit in China: BYD erstattete bei der Polizeistation Songjiang in Shanghai Anzeige gegen den Automobil-Blogger „Cai Shen Dao“, nachdem dieser unabhängige Schnellladetests zur Temperaturentwicklung der Blade Battery 2.0 veröffentlicht hatte. Die Shenzhener Cyberspace-Behörde beschränkte daraufhin dessen Social-Media-Konten wegen „irreführender“ Inhalte.
Dividende gezahlt, Analysten uneins über den Kurs
Auf der Kapitalseite hat BYD die Zahlung seiner Schlussdividende für 2025 in Höhe von 0,358 Renminbi pro Aktie (inklusive Steuer) an A-Aktionäre abgeschlossen. Die nächste größere Weichenstellung folgt am 29. August, wenn das Unternehmen seine Halbjahreszahlen für 2026 vorlegt.
Das Analysehaus Jefferies vergab nach der Juli-Absatzmeldung ein „Hold“-Rating für die in Hongkong gelistete Aktie mit einem Kursziel von 106,00 Hongkong-Dollar. Ein technischer Analysedienst hatte Ende Juli seine Einstufung wegen kurzfristiger technischer Schwächen von „Buy“ auf „Hold“ zurückgenommen – ein automatisiertes Signal mit begrenzter Aussagekraft.
An der Börse zeigt sich die Aktie zuletzt uneinheitlich: Mit einem Schlusskurs von 10,20 Euro liegt das Papier zwar rund 10,14 Prozent über dem Niveau von vor 30 Tagen, notiert aber weiterhin 3,19 Prozent unter seinem 200-Tage-Durchschnitt. Die Erholung der vergangenen Wochen steht damit einer längerfristig noch verhaltenen Kursentwicklung gegenüber.
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