BYD Aktie: 150-Milliarden-Garantierahmen zur Abstimmung am 9. Juni

Während BYD-Aktionäre auf die Hauptversammlung und den Ex-Dividenden-Tag zusteuern, zeichnet sich ein klares Bild ab: Das Unternehmen kämpft an der Heimatfront, während es international auf Hochtouren läuft.

Hauptversammlung am 9. Juni: 150-Milliarden-Garantierahmen zur Abstimmung

Am 9. Juni 2026 trifft sich BYD zur Jahreshauptversammlung in Shenzhen. Auf der Tagesordnung stehen neben Routinepunkten — Jahresbericht, Abschluss, Gewinnverteilung — zwei gewichtige Beschlüsse.

Erstens soll Ernst & Young Hua Ming als alleiniger Abschlussprüfer für 2026 bestätigt werden. Zweitens stimmen die Aktionäre über einen Garantierahmen von bis zu 150 Milliarden Renminbi ab. Das entspricht rund 20 Milliarden US-Dollar. Damit soll BYD Kredite für Tochtergesellschaften und Beteiligungen absichern — ein Instrument, das dem Konzern bei seiner globalen Expansion mehr Finanzierungsflexibilität verschaffen soll.

Der Rahmen sieht Obergrenzen je nach Verschuldungsgrad der Tochtergesellschaften vor. Gegengarantien sollen das Risiko begrenzen. Garantien für Vorstandsmitglieder oder unverbundene Dritte schließt BYD ausdrücklich aus.

Ex-Dividende am 11. Juni: Frist läuft

H-Aktionäre müssen schnell handeln. Das Aktienregister schließt vom 4. bis 9. Juni für die Hauptversammlung und vom 15. bis 18. Juni für die Dividendenberechtigung. Der Ex-Dividenden-Tag ist der 11. Juni.

Die vorgeschlagene Schlussdividende für 2025 liegt bei HK$0,358 je Aktie. Zum Vergleich: Im Geschäftsjahr 2024 zahlte BYD HK$4,34 je Aktie. Auf Basis des Kurses von HK$96,45 Mitte Mai ergab sich eine Dividendenrendite von 4,50 Prozent.

Exporte boomen — Heimatmarkt schwächelt

Die Exportzahlen sprechen für sich. Seit November 2025 überschreitet BYD monatlich die Marke von 100.000 exportierten Elektrofahrzeugen. In den ersten vier Monaten 2026 lieferte der Konzern 456.263 Fahrzeuge ins Ausland — ein Sprung von 60 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.

Im April trieben steigende Benzinpreise infolge des Iran-Kriegs die Nachfrage nach Elektroautos an. BYDs Auslandsverkäufe kletterten um 71 Prozent auf 134.542 Einheiten. Overseas-Verkäufe machten im ersten Quartal bereits 46 Prozent des Gesamtabsatzes aus.

Zuhause sieht es anders aus. Die Gesamtauslieferungen sanken im April zum achten Mal in Folge. Preiskampf, sinkende Margen und mehrere Insolvenzen chinesischer EV-Konkurrenten prägen den Heimatmarkt.

Europa: Fabrikpläne nehmen Form an

BYD verhandelt mit Stellantis und weiteren europäischen Herstellern über die Übernahme ungenutzter Produktionskapazitäten. Vizepräsidentin Stella Li bestätigte, dass der Konzern viele Werke in Europa besichtigt hat. Italien steht auf der Shortlist, Frankreich gilt als längerfristiges Ziel — unter anderem wegen der niedrigen Stromkosten.

Das Kalkül dahinter ist eindeutig. Wer in der EU produziert, umgeht die Strafzölle von 17 bis 35 Prozent, die Brüssel 2024 auf chinesische Elektroautos verhängt hat. BYD bevorzugt dabei vollständige Eigentumsübernahmen gegenüber Gemeinschaftslösungen.

Q1 unter Druck — Analysten blicken nach vorn

Das erste Quartal 2026 war schwierig. Der Umsatz fiel um fast 12 Prozent auf 150,23 Milliarden Renminbi. Der Nettogewinn brach um 55 Prozent auf 4,08 Milliarden Renminbi ein.

Goldman Sachs sieht Q1 als Tiefpunkt. Die Bank hält an einem Kursziel von HK$134 und einem Kaufvotum fest. Der Broker erwartet eine schrittweise Erholung im weiteren Jahresverlauf — getragen von starker Nachfrage nach Modellen mit Schnellladetechnologie. Der Konsens von 25 Analysten liegt bei HK$124, die Spanne reicht von HK$86,99 bis HK$147.

Die H-Aktie notiert aktuell bei HK$90,30 — nahe dem 52-Wochen-Tief von HK$88,50. Den nächsten Quartalsbericht veröffentlicht BYD am 28. August 2026.

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