BYD Aktie: 1.000 Feststoff-Testfahrzeuge für 2027

Symbolbild, KI-generiert

BYD bringt 2027 sein erstes Fahrzeug mit eigener Feststoffbatterie auf die Straße – allerdings zunächst nur als technologische Machbarkeitsstudie. Das bestätigte Stella Li, Vizepräsidentin des chinesischen Autobauers, in einem Interview in Valencia. Bis zur echten Massenproduktion sollen nach Unternehmensangaben noch mehrere Jahre vergehen.

Technologiedemonstrator statt Serienstart

Konkret plant die BYD-Batteriesparte FinDreams rund 1.000 Testfahrzeuge für 2027, kommerzielle Stückzahlen sind laut Konzernangaben erst für 2030 vorgesehen. FinDreams-Technikchef Sun Huajun nennt einen Sulfid-Elektrolyten (LPSC) als Basis der Technologie, getestet in Prototypzellen mit 20 beziehungsweise 60 Amperestunden Kapazität.

Auf Zellebene strebt BYD eine Energiedichte von rund 400 Wattstunden pro Kilogramm an – deutlich mehr als die aktuelle Blade Battery mit etwa 180 Wattstunden pro Kilogramm leistet. Erste Anwendungen der neuen Zellchemie sind für die Premiummarken Yangwang und Denza vorgesehen.

Wichtig für Anleger: BYD ist dabei nicht allein unterwegs. Die Entwicklung läuft im Rahmen von CASIP, einer Anfang 2024 gegründeten, staatlich geförderten Branchenallianz aus mehreren chinesischen Unternehmen und Forschungsinstituten – kein internes BYD-Programm, sondern ein branchenweites Kooperationsprojekt.

Konzernvertreter Lian Yubo geht davon aus, dass klassische Lithium-Ionen-Zellen und Feststoffbatterien noch 15 bis 20 Jahre parallel im Einsatz bleiben werden.

Auch Wettbewerber wie Toyota, Idemitsu und Samsung SDI planen eigene Feststoff-Anwendungen zwischen 2027 und 2028, während der taiwanische Hersteller ProLogium bereits eine Gen-3.5-Zelle mit 381 Wattstunden pro Kilogramm in Serienproduktion überführt – unterstützt von Mercedes-Benz als Investor.

Blade Battery expandiert in neue Anwendungsfelder

Parallel treibt BYD die Verbreitung seiner bestehenden Blade-Battery-Technologie über den Pkw-Bereich hinaus voran. Am 7. September unterzeichnete das Unternehmen am Hauptsitz in Pingshan, Shenzhen, eine Kooperation mit Changsha Fusheng Technology zur Entwicklung von Blade-Batterien für elektrische Lokomotiven im Industrie- und Bergbaueinsatz.

Details zu Kapazitäten oder Zeitplänen nannte BYD dazu noch nicht. Im Juni hatte der Konzern bereits 100 elektrische Minen-Lastwagen des Typs T31 mit jeweils 424 Kilowattstunden Batteriekapazität an ein Bauunternehmen in Shenzhen ausgeliefert. Für die IAA in Deutschland ist zudem die Vorstellung des Modells Q3 geplant, einer schweren elektrischen Sattelzugmaschine aus dem BYD-Nutzfahrzeugprogramm.

Kursbild bleibt angespannt

An der Börse hinterlässt die Diversifizierungsstrategie bislang wenig Spuren. Die BYD-Aktie schloss am Freitag bei 8,81 Euro, ein Plus von 1,2 Prozent auf Tagesbasis. Der Wochenverlauf zeigt dennoch ein Minus von 6,2 Prozent, auf Monatssicht steht ein Rückgang von 9,6 Prozent zu Buche.

Zum 52-Wochen-Hoch von 12,49 Euro, erreicht am 2. Oktober 2025, beträgt der Abstand mittlerweile 29 Prozent. Der Relative-Stärke-Index von 30,8 signalisiert eine überverkaufte Marktlage, was auf kurzfristiges Erholungspotenzial hindeuten könnte, ohne dass daraus eine Trendwende folgen muss.

Für Anleger bleibt die Batterie-Roadmap ein Signal langfristiger Technologieführerschaft, kurzfristig dürfte sie den Kurs jedoch kaum stützen. Die eigentliche Massenproduktion liegt mit 2030 weit außerhalb des üblichen Anlagehorizonts – bis dahin entscheiden weiterhin Absatzzahlen und Margenentwicklung im laufenden Geschäft über die Kursrichtung.

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