Der Agrarkonzern Bunge baut seine Aktivitäten im Bereich der Saatenverarbeitung durch eine neue strategische Allianz aus. Wie das Unternehmen am Dienstag mitteilte, wurde eine Vereinbarung mit BASF zur Verarbeitung von speziellem InVigor Gold Canola-Saatgut geschlossen. Im Rahmen der Kooperation wird Bunge den Brassica-juncea-Hybriden des Chemiekonzerns abnehmen und verarbeiten.
Der operative Start der Zusammenarbeit ist für die Verarbeitungsanlage im US-Bundesstaat Washington in Warden vorgesehen. Die breitere kommerzielle Vermarktung der verarbeiteten Produkte peilen die Partner für das Jahr 2027 an. Für Bunge bedeutet die Kooperation eine Erweiterung des Produktangebots im Segment der Pflanzenöle und Saatenverarbeitung auf dem nordamerikanischen Markt.
Portfoliofokussierung nach Viterra-Übernahme
Parallel zu neuen Projekten im Kerngeschäft treibt Bunge die Straffung des Portfolios voran. Am 1. September gab das Unternehmen den Verkauf von zwei Zuckerrohr-Mühlen in Brasilien an COFCO International bekannt. Bei den Anlagen handelt es sich um die Mühlen Rio Vermelho und Nova Unialco in Junqueirópolis und Guararapes im Bundesstaat São Paulo.
Die beiden Mühlen waren im Zuge der Übernahme von Viterra im Juli 2025 in den Konzernverbund gelangt. Bunge begründete die Veräußerung mit der strategischen Konzentration auf die Kernaktivitäten. Der Vollzug der Transaktion steht unter dem Vorbehalt der behördlichen Genehmigungen.
Solider Liquiditätsrahmen und angehobene Jahresziele
Flankiert werden die operativen Schritte von einer langfristigen Sicherung der Finanzierungsstruktur. Über die Tochtergesellschaften BLFC und BFE einigte sich der Konzern am 17. September mit seinen Kreditgebern auf Laufzeitverlängerungen für drei revolvierende Kreditfazilitäten.
Die 364-Tage-Linie über 1,1 Milliarden $ wurde bis zum 1. Oktober 2027 verlängert. Zwei weitere Tranchen mit einem Volumen von 4,2 Milliarden $ und 3,5 Milliarden $ erhielten jeweils einen Laufzeitaufschub um zwölf Monate bis Oktober 2031 beziehungsweise Oktober 2029.
Bereits mit der Vorlage der Zahlen für das zweite Quartal 2026 hatte Bunge die finanzielle Basis gestärkt. Das bereinigte Ergebnis je Aktie belief sich auf 2,00 $, woraufhin das Management die Gewinnprognose für das Gesamtjahr 2026 auf 9,25 $ bis 9,75 $ je bereinigter Aktie anhob.
Am gestrigen Mittwoch schloss die BUNGE-Aktie an der New Yorker Börse bei 111,48 USD, was einem Tagesplus von 1,4 % entsprach. Seit Jahresanfang verzeichnet das Papier damit einen Wertzuwachs von 25 %.
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