Der Bund-Future tastet sich am Donnerstag leicht nach unten, während der Markt auf die Europäische Zentralbank blickt. Der September-Kontrakt notiert bei 124,41 Prozent, ein Minus von 6 Ticks. Viel Bewegung sieht anders aus — und genau das spiegelt die Stimmung an den Rentenmärkten wider: abwartend.
Bereits im Frühhandel hatte der Kontrakt nachgegeben, von 124,42 Prozent in der Nacht auf 124,33 Prozent. Das Tageshoch liegt bei 124,47 Prozent, das Tagestief bei 124,30 Prozent — eine enge Spanne, die wenig Überraschungspotenzial signalisiert. Auch der Bobl-Future gibt nach, um 4 Ticks auf 113,73 Prozent.
EZB dürfte Kurs halten
Von der Notenbank wird erwartet, dass sie die Leitzinsen unverändert lässt. In den vergangenen Wochen hatten die Währungshüter wiederholt vor anhaltenden Inflationsrisiken gewarnt und signalisiert, im Ernstfall handlungsbereit zu sein. Zwei Entwicklungen dürften dabei besonders unangenehm auffallen: die Eskalation am Persischen Golf und die damit verbundenen steigenden Energiepreise.
Trotz dieser Warnsignale sehen Marktstrategen der Helaba keine konkreten Hinweise auf eine unmittelbar bevorstehende Zinserhöhung. Die Reaktion des Bund-Future fällt entsprechend verhalten aus — der leichte Rückgang wirkt eher wie eine vorsichtige Absicherung vor der Entscheidung als wie eine echte Neubewertung der Zinserwartungen.
Das Handelsvolumen bleibt überschaubar: Bis zum Vormittag wechselten rund 32.500 Kontrakte den Besitzer, deutlich mehr als in den frühen Morgenstunden mit knapp 6.700 Kontrakten, aber kein Zeichen für nervöses Positionieren. Die eigentliche Bewegung dürfte erst mit der Pressekonferenz der EZB später am Tag folgen, wenn Details zur Einschätzung der Energiepreis- und Inflationsrisiken bekannt werden.
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