Es gibt Quartale, die auf dem Papier eigentlich gut aussehen. Bumble hat eines davon geliefert, und die Aktie fiel trotzdem um rund 19 Prozent. So läuft das halt, wenn der Markt nicht auf das schaut, was war, sondern auf das, was kommt.
Besser als erwartet, und trotzdem
Der Q1 war ordentlich. Umsatz von 212,38 Millionen Dollar, leicht über den Erwartungen. Das GAAP-Ergebnis je Aktie lag bei 0,34 Dollar, vier Cent besser als geschätzt. Starker Cashflow, verbesserte operative Margen. Klingt nach einem soliden Quartal, und war es auch. Nur: Der Umsatz lag trotzdem 14 Prozent unter dem Vorjahr. Das ist die Zahl, die bleibt.
209 statt 215 Millionen
Für das zweite Quartal erwartet Bumble einen Umsatz von rund 209 Millionen Dollar in der Mitte der Prognosespanne. Der Wall-Street-Konsens lag bei etwa 215 Millionen. Das ist keine dramatische Lücke, aber in einem Umfeld, in dem Anleger ohnehin schon nervös auf den Nutzerschwund schauen, reicht sie für einen harten Abverkauf.
Das bereinigte EBITDA soll in Q2 bei rund 67,5 Millionen Dollar in der Mitte liegen. Profitabilität also vorhanden, doch das interessierte die Märkte an diesem Tag wenig.
Transformation, das Wort der Stunde
CEO und Gründerin Whitney Wolfe Herd beschrieb die aktuelle Phase als echten Umbau bei Bumble: neue Plattform, überarbeitetes Bumble-Date-Erlebnis, mehr Investitionen in Technologie, Talente und Marketing. Die Profitabilitätstrends würden sich normalisieren, sobald diese Investitionen greifen, so die Botschaft.
Wann genau das passiert? Details zu Nutzerzahlen und Konversionsraten in der nahen Zukunft blieb das Management schuldig. Genau das ist das Problem. Transformation ist ein teures Wort, wenn niemand sagen kann, wann sie fertig ist.
Bumble Inc. Aktie Chart
Der Haken sitzt tiefer
Die App hat ein Alleinstellungsmerkmal, Frauen schreiben zuerst, aber ob das in einem gesättigten Dating-Markt gegen Tinder, Hinge und Co. dauerhaft trägt, ist eben offen. Der Produktumbau könnte der richtige Schritt sein. Oder er ist das, was Unternehmen ankündigen, wenn sie keine bessere Antwort haben.
19 Prozent Kursverlust für ein Quartal, das die Erwartungen übertroffen hat. Transformation ist halt teuer.
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