Der Name ist Programm, oder sollte es zumindest sein. Bullish heißt die Krypto-Börse, die von Ex-NYSE-Präsident Thomas Farley geführt wird und von Peter Thiel mitfinanziert wurde. Am Dienstag gab Bullish bekannt, den Transfer-Agenten Equiniti für 4,2 Milliarden Dollar zu übernehmen. Die erste Reaktion des Marktes war dann alles andere als bullish: Die Aktie rauschte vorbörslich um mehr als 10 Prozent nach unten.
Was ist ein Transfer-Agent überhaupt?
Equiniti ist kein glamouröses Unternehmen. Es verwaltet Aktionärsregister, verarbeitet Dividenden, hält Buch über rund 3.000 börsennotierte Unternehmen. Rund 500 Milliarden Dollar an Zahlungen laufen jährlich durch die Systeme, mehr als 20 Millionen verifizierte Aktionäre stehen in den Büchern. Spannend klingt das nicht. Aber genau das ist der Punkt.
Farley formulierte es so: „Tokenisierung ist ein generationaler Wandel in der Funktionsweise der Kapitalmärkte.“ Wer tokenisierte Wertpapiere ausgeben will, braucht einen regulierten Transfer-Agenten, der das System der Aufzeichnung übernimmt. Den hatte Bullish bislang nicht. Jetzt schon.
Die Rechnung, die dahintersteckt
Der Deal setzt sich aus rund 1,85 Milliarden Dollar übernommener Equiniti-Schulden und etwa 2,35 Milliarden Dollar in Bullish-Aktien zusammen. Der Aktienpreis für die Transaktion wurde auf 38,48 Dollar festgesetzt, basierend auf dem 30-Tage-VWAP bis zum 4. Mai. Verkäufer ist Siris Capital, ein Private-Equity-Haus, das Equiniti 2021 erworben hatte.
Pro forma sollen die kombinierten Unternehmen für 2026 rund 1,3 Milliarden Dollar bereinigten Gesamtumsatz und mehr als 500 Millionen Dollar bereinigtes EBITDA minus Capex erwirtschaften. Von 2027 bis 2029 erwartet Bullish ein jährliches Umsatzwachstum von 6 bis 8 Prozent sowie mehr als 100 Millionen Dollar jährliches EBITDA-Wachstum. Der Abschluss ist für Januar 2027 geplant, Regulatoren müssen noch zustimmen.
Bullish Aktie Chart
Markt dreht, aber warum?
August Widmer vom Spezialplattform Echo Base kommentierte den Deal so: „Wir sehen, wie die Grenzen zwischen traditioneller Finanzwelt und digitaler Finanzwelt immer stärker verschwimmen. Kleinere Unternehmen werden gezwungen sein, durch Fusionen zu konsolidieren, um minimale Marktanteile zu halten.“ Das klingt nach einem Urteil über die Branche, nicht nur über diesen einen Deal.
Und der Markt? Drehte. Zum Zeitpunkt der Berichterstattung stand die Bullish-Aktie bei 45,41 Dollar, ein Plus von 11,57 Prozent. Wer vorbörslich verkauft hat, ärgert sich jetzt. Wer den Namen ernst genommen hat, weniger.
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