Sazerac hat sich einen neuen Übernahmekandidaten gesucht — und diesmal nicht Brown-Forman. Der US-Spirituosenkonzern einigte sich mit der deutschen Berentzen-Gruppe auf eine Übernahme für 5,55 Euro je Aktie. Für den Jack-Daniel’s-Hersteller ist das eine Randnotiz mit Signalwert.
Der Deal zeigt, wie hungrig Sazerac derzeit auf Zukäufe ist. Erst vor kurzem hatte der Konzern mit Marken wie Southern Comfort und Buffalo Trace den britischen Anbieter Au Vodka für rund 350 Millionen Euro übernommen. Nun folgt mit Berentzen ein weiterer, deutlich kleinerer Deal — das Unternehmen war zuletzt an der Börse nur rund 35 Millionen Euro wert.
Brown-Forman blieb der große Fisch
Genau dieser Punkt macht die Meldung für Brown-Forman-Aktionäre interessant. Sazerac hatte dem Konzern in diesem Jahr ein Übernahmeangebot von rund 15 Milliarden Dollar unterbreitet — und einen Korb bekommen. Statt beim großen Ziel nachzulegen, sammelt Sazerac derzeit kleinere Marken ein.
Das lässt sich unterschiedlich lesen. Einerseits könnte es bedeuten, dass Sazerac die Brown-Forman-Offerte vorerst ruhen lässt und sich auf leichter verdauliche Zukäufe konzentriert. Andererseits bauen solche Übernahmen die Marktposition im margenstarken Spirituosensegment weiter aus — ein Konzern, der wächst, hat langfristig mehr Kapital und Verhandlungsmasse für einen erneuten Anlauf.
Für Brown-Forman ändert sich operativ durch den Berentzen-Deal nichts. Die Aktionäre dürften den Vorgang trotzdem im Blick behalten. Ob Sazerac nach der Verdauung kleinerer Zukäufe erneut bei Brown-Forman anklopft, bleibt eine offene Frage — belastbare Hinweise darauf liegen derzeit nicht vor.
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