Broadcom Aktie: Meta setzt Custom-Chip Astrid ab Ende 2027 ein

Symbolbild, KI-generiert

Broadcom steigert den KI-Halbleiterumsatz deutlich, doch sinkende Margen und die Abhängigkeit von Großkunden belasten die Aktienperspektive.

Auf einen Blick:
  • Broadcom-Aktie binnen Monatsfrist über 13 Prozent schwächer
  • KI-Halbleiterumsatz steigt um 221 Prozent
  • Bruttomarge fällt im dritten Quartal
  • Meta plant eigenen Custom-Chip-Einsatz

Während sich die Sorgen um ein zu schnelles KI-Wachstum in den Kursen niederschlagen, richten mehrere Analysten den Blick auf die kundenseitige Konzentration und die Frage, wann Broadcoms individuell entwickelte Hyperscaler-Chips tatsächlich die Kurse bewegen.

Die Aktie notiert an der Nasdaq zuletzt bei rund 339,51 US-Dollar und liegt damit binnen Monatsfrist mehr als 13 Prozent im Minus, seit Jahresbeginn steht ein Rückgang von 1,54 Prozent zu Buche – trotz eines Kursziel-Durchschnitts von 531,85 US-Dollar unter 49 befragten Analysten.

Im deutschen Handel kostet die Broadcom-Aktie aktuell 303,90 Euro, ein Plus von 2,7 Prozent gegenüber dem gestrigen Schlusskurs. Der Titel notiert immerhin gut 21 Prozent über dem Jahrestief von Anfang Februar. Der RSI von 41,3 signalisiert keine Überverkauftheit, sondern eher eine Konsolidierung nach dem starken Rückgang der vergangenen 30 Tage.

Kundenkonzentration als neuer Diskussionspunkt

Abseits der Kursbewegung rückt eine strukturelle Entwicklung in den Fokus: Diese Konzentration nährt Fragen zur Abhängigkeit von wenigen Großkunden, auch wenn das Unternehmen selbst von einer gesicherten Lieferkette für die kommenden Jahre spricht.

Firmenchef Hock Tan bezifferte den erwarteten KI-Halbleiterumsatz auf rund 115 Milliarden US-Dollar im Geschäftsjahr 2027 und rund 230 Milliarden US-Dollar im Jahr 2028, das Ziel liegt bei 350 Milliarden US-Dollar an KI-Halbleiterumsatz von sechs Frontier-Kunden binnen zweier Jahre.

Ein Baustein dieser Kundenbasis wurde am Donnerstag konkreter sichtbar: Laut einem Bericht von Bloomberg, aufgegriffen von BofA Securities, plant Meta den Einsatz des gemeinsam mit Broadcom entwickelten Custom-Chips MTIA 500 mit dem Codenamen „Astrid“ ab Ende 2027 für KI-Inferenz, nach einem Vorgängermodell namens „Arke“ in der ersten Jahreshälfte 2027. Meta rechnet den Angaben zufolge mit mehr als einem Gigawatt zusätzlicher eigener Chip-Kapazität binnen zwölf Monaten, BofA schätzt sogar fünf bis sechs Gigawatt an eigener Kapazität für 2027 bei Gesamtkosten von rund 200 Milliarden US-Dollar.

Solche Custom-Chip-Partnerschaften gelten als der Wachstumshebel, den Investoren derzeit besonders genau beobachten – sie verschieben einen Teil der Nachfrage von Standard-GPUs hin zu maßgeschneiderten Broadcom-Designs.

Margendruck bei starkem Wachstum

Operativ bleibt das Bild gemischt. Der KI-Halbleiterumsatz allein legte um 221 Prozent auf 16,70 Milliarden US-Dollar zu.

Zugleich sank die Bruttomarge im dritten Quartal um 210 Basispunkte gegenüber dem Vorquartal auf 75 Prozent, für das vierte Quartal wird ein weiterer Rückgang auf etwa 73 Prozent erwartet, verglichen mit 78 Prozent im Vorjahresquartal. Das zeigt: Das rasante KI-Wachstum kostet Profitabilität, ein Punkt, den Anleger gegen die Wachstumsraten abwägen müssen.

Der Analyst von Rosenblatt bekräftigte sein Kaufvotum mit einem auf 600 US-Dollar angehobenen Kursziel, basierend auf dem 18-Fachen eines für das Geschäftsjahr 2028 erwarteten Gewinns je Aktie von über 30 US-Dollar. Von den insgesamt 49 erfassten Analystenstimmen votieren 37 für Kaufen und acht für Strong Buy, lediglich vier stufen die Aktie als Halten ein, Verkaufsempfehlungen gibt es keine.

Der nächste Quartalsbericht ist für den 9. Dezember 2026 angesetzt und dürfte zeigen, ob die Custom-Chip-Pipeline mit Meta und anderen Hyperscalern die aktuelle Kursschwäche rechtfertigt oder ob der Markt die Wachstumsdynamik unterschätzt.

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