Broadcom Aktie: Meta-Chip Iris startet September 2026

Broadcom sichert sich langfristige Partnerschaften mit Apple und Meta. Die Aktie reagiert mit deutlichem Kursplus, Analysten bleiben jedoch gespalten.

Auf einen Blick:
  • Liefervertrag mit Apple bis 2031 verlängert
  • KI-Chip "Iris" für Meta entwickelt
  • KI-Umsatz steigt um 143 Prozent
  • Analysten uneins über weiteres Potenzial

Broadcom hat binnen einer Woche zwei Milliarden-Deals bestätigt. Die Aktie reagiert mit einem Kurssprung von 7,67 Prozent in sieben Handelstagen. Am Donnerstag schloss das Papier bei 350,95 Euro — nur noch 0,03 Prozent über dem 50-Tage-Durchschnitt, aber satte 12,36 Prozent über der 200-Tage-Linie.

Zwei Partnerschaften liefern den Auslöser: ein erweiterter Liefervertrag mit Apple und ein neuer KI-Chip für Meta. Beide Deals sichern Broadcom Umsätze weit über das laufende Jahr hinaus.

Meta bestellt den Chip „Iris“

Broadcom baut seine Position im Markt für maßgeschneiderte KI-Beschleuniger aus. Mit Meta hat der Konzern einen speziellen KI-Chip mit dem Codenamen „Iris“ entwickelt. Die Produktion soll bereits im September 2026 starten.

Der Deal ist Teil einer mehrjährigen Partnerschaft für KI-Rechenzentren-Infrastruktur. Die Zahlen zeigen, wie schnell dieses Geschäft wächst: Im zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2026 erzielte Broadcom mit KI-Halbleitern einen Umsatz von 10,8 Milliarden Euro. Das entspricht einem Plus von 143 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Auftragsbestand für KI-Chips lag im selben Zeitraum bei 30 Milliarden Euro.

Apple sichert Broadcom bis 2031

Parallel zum Meta-Deal hat Broadcom seinen Liefervertrag mit Apple bis 2031 verlängert. Das Volumen: mehr als 30 Milliarden Euro. Broadcom liefert dafür über 15 Milliarden in den USA gefertigte Chips.

Für die Erweiterung investiert Broadcom 1,5 Milliarden Euro in sein Werk in Fort Collins, Colorado. Der Vertrag umfasst drahtlose Komponenten wie FBAR-Filter sowie kundenspezifische ASICs für Apples KI-Server. Apple steht für rund 20 Prozent von Broadcoms Jahresumsatz — die Verlängerung gibt dem Chipkonzern damit langfristige Planungssicherheit.

Kurs nähert sich altem Rekord, bleibt aber darunter

Die Marktkapitalisierung von Broadcom liegt aktuell bei 1.616,68 Milliarden Euro. Auf Sicht von zwölf Monaten steht ein Plus von 49,02 Prozent zu Buche, seit Jahresbeginn sind es 18,30 Prozent. Zum bisherigen Rekordhoch von 429,60 Euro aus dem Juni 2026 fehlen der Aktie dennoch noch 18,31 Prozent.

Die jüngsten Geschäftszahlen untermauern die Dynamik. Im zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2026 setzte Broadcom 22,19 Milliarden Euro um — ein Zuwachs von 47,9 Prozent zum Vorjahr. Für das dritte Quartal rechnet das Management mit 29,4 Milliarden Euro.

Analysten uneins über die Bewertung

Nicht alle Beobachter sehen nach der Rally noch Luft nach oben. Die Erste Group stufte Broadcom am 7. Juli 2026 von „Buy“ auf „Hold“ zurück und verwies auf begrenztes Kurspotenzial nach den jüngsten Kursgewinnen.

JPMorgan und Evercore sehen das anders. Beide Häuser bleiben bullish, mit Kurszielen zwischen 530 und 582 Euro. Das PEG-Verhältnis von rund 0,53 stützt diese Einschätzung — gemessen am erwarteten Gewinnwachstum im KI-Sektor gilt die Aktie damit für einen Teil der Anleger weiterhin als moderat bewertet.

Die Volatilität bleibt hoch: Auf 30-Tage-Sicht liegt sie annualisiert bei 63,78 Prozent. Der RSI von 55,5 signalisiert dabei weder Überhitzung noch Schwäche — Broadcom bewegt sich damit in einer Phase, in der die nächsten Geschäftszahlen im dritten Quartal zeigen dürften, ob der angekündigte Umsatzsprung auf 29,4 Milliarden Euro auch tatsächlich eintrifft.

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