Broadcom hat eine unruhige Woche hinter sich — zumindest was die Stimmung am Markt angeht. Spekulationen über mögliche Verzögerungen beim Google-Chip-Programm hatten Anleger verunsichert. J.P. Morgan hat diese Bedenken nun klar zurückgewiesen.
Google-Partnerschaft bis 2031 gesichert
Die Investmentbank analysierte Googles TPU-v9-Programm auf Basis von 2-Nanometer-Technologie und sieht den Zeitplan für den Produktionsanlauf 2028 intakt. Broadcom hält in der Entwicklung kundenspezifischer Chips einen Vorsprung von mehr als 18 Monaten gegenüber möglichen Konkurrenten.
Ein Fünfjahresvertrag, der Anfang 2026 abgeschlossen wurde, sichert Broadcoms Beteiligung an den TPU-Generationen v8 bis v11. Das schafft Umsatzsichtbarkeit bis 2031 — und entkräftet Befürchtungen, dass große Tech-Konzerne ihre Chip-Entwicklung kurzfristig auf andere Anbieter verlagern könnten.
KI-Umsätze wachsen dreistellig
Broadcoms Bedeutung im KI-Markt zeigen die Zahlen deutlich. Im zweiten Fiskalquartal 2026 erzielte das Unternehmen mit KI-Halbleitern 10,8 Milliarden Dollar — ein Plus von 143 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Für das dritte Quartal erwartet Broadcom rund 16 Milliarden Dollar aus diesem Segment. Das entspräche einem Wachstum von mehr als 200 Prozent.
Die Kundenbasis reicht weit über Google hinaus. Broadcoms ASIC-Pipeline umfasst Kooperationen mit mindestens sechs großen KI-Modellentwicklern, darunter Anthropic und OpenAI. Kein Wunder, dass Analysten mit „Strong Buy“- und „Overweight“-Ratings auf die Dominanz im Bereich kundenspezifischer Beschleuniger verweisen.
Aktie mit Rückenwind, aber Abstand zum Hoch
Die Aktie schloss die vergangene Woche mit einem Plus von 5,54 Prozent bei 359,05 Euro. Seit Jahresbeginn beträgt das Plus rund 21 Prozent. Vom 52-Wochen-Hoch bei 429,60 Euro, das Anfang Juni erreicht wurde, trennen die Aktie noch knapp 16 Prozent. Der RSI von 52,8 signalisiert neutrales Momentum — keine überkaufte Situation.
Institutionelle Investoren halten inzwischen rund 76 Prozent der ausstehenden Aktien. Mehrere Fonds haben ihre Positionen im Schlussquartal 2025 aufgebaut oder deutlich ausgebaut. Broadcom zahlt Ende Juni eine Quartalsdividende von 0,65 Dollar je Aktie — finanziert aus einem freien Cashflow von 10,3 Milliarden Dollar im jüngsten Quartal.
Die nächste Bewährungsprobe liefern die Ergebnisse des dritten Fiskalquartals: Dann zeigt sich, ob die angepeilten 16 Milliarden Dollar KI-Umsatz tatsächlich erreicht werden — und ob die Margen dem Wachstumstempo standhalten.
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