Broadcom Aktie: Foxconn migriert VMware komplett zu Arcfra

Foxconn verlässt VMware wegen Preispolitik. Broadcoms KI-Chip-Geschäft wächst rasant und stützt den Kurs trotz Belastungen.

Auf einen Blick:
  • Foxconn migriert von VMware weg
  • Kunden kritisieren massive Preissprünge
  • KI-Hardware-Umsatz steigt um 143 Prozent
  • Aktienrückkaufprogramm in Milliardenhöhe

Während das Geschäft mit KI-Chips Rekorde bricht, wächst der Widerstand gegen die neue Software-Strategie von Broadcom. Foxconn kehrt der Tochtergesellschaft VMware nun den Rücken. Die aggressive Preispolitik von CEO Hock Tan wird damit zur ersten harten Belastungsprobe für das übernommene Software-Segment.

Foxconn migriert seine gesamte IT-Infrastruktur weg von VMware. Der weltgrößte Auftragsfertiger ersetzt die Programme durch Lösungen des Start-ups Arcfra. Foxconn kritisiert vor allem die mangelnde Skalierbarkeit und die massiv gestiegenen Kosten nach den jüngsten Lizenzänderungen.

Teure Bündel verschrecken Kunden

Hinter dem Ärger steckt ein radikaler Strategiewechsel. Broadcom-Chef Hock Tan drängt Kunden massiv in die „VMware Cloud Foundation“. Dieses Paket bündelt alle Funktionen, bietet aber keine Einzeloptionen mehr an. In der Folge meldeten Unternehmen teils Gebührensprünge von 300 bis über 1.000 Prozent bei anstehenden Vertragsverlängerungen.

Parallel dazu rettet die Hardware-Sparte die Bilanz. Im zweiten Quartal 2026 kletterte der Konzernumsatz um fast 48 Prozent auf rund 22,2 Milliarden US-Dollar. Allein das Geschäft mit KI-Halbleitern wuchs dabei um 143 Prozent auf 10,8 Milliarden US-Dollar.

KI-Dominanz stützt den Kurs

Broadcom kontrolliert mehr als 60 Prozent des Marktes für hochwertige, maßgeschneiderte KI-Chips. Der Konzern entwickelt diese Prozessoren gemeinsam mit Partnern wie Google, Meta oder OpenAI. Das Management erwartet für das dritte Quartal im KI-Bereich bereits 16 Milliarden US-Dollar Umsatz.

Die hohen Gewinne fließen direkt an die Aktionäre zurück. Der freie Cashflow erreichte zuletzt 10,2 Milliarden US-Dollar. Neben einer Quartalsdividende von 0,65 US-Dollar je Aktie läuft ein Aktienrückkaufprogramm im Volumen von 10 Milliarden US-Dollar.

An der Börse notiert die Aktie aktuell bei 336,00 Euro. Das Papier liegt damit knapp 22 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch aus dem Juni. Trotz der Unruhe im Software-Segment stützen Aufträge im Wert von über 30 Milliarden US-Dollar für KI-Hardware die Bewertung.

Der Kurs für das Jahr 2027 steht fest: Broadcom peilt einen kumulierten KI-Umsatz von über 100 Milliarden US-Dollar an. Der massive Auftragsbestand im Hardware-Sektor fängt die aktuellen Reibungsverluste bei VMware vorerst auf.

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