Broadcom Aktie: Export-Bann für Anthropic gekippt

US-Handelsministerium hebt Exportbann für Anthropic auf. Broadcom profitiert als Infrastrukturpartner und erhält Analystenlob.

Auf einen Blick:
  • Exportbeschränkung für Anthropic aufgehoben
  • Broadcom-Aktie legt um drei Prozent zu
  • Jefferies-Analyst sieht günstigen Einstiegszeitpunkt
  • Langfristiger Google-Deal bis 2031 vereinbart

Das US-Handelsministerium beendet die Blockade. Seit Anfang Juli dürfen die neuesten KI-Modelle von Anthropic wieder exportiert werden. Das ist eine wichtige Nachricht für Broadcom. Der Chipentwickler liefert die essenzielle Infrastruktur für diese Technologie.

Die US-Behörden hatten die Software im Juni wegen Sicherheitsbedenken gesperrt. Anthropic besserte daraufhin nach. Mit Erfolg. Am Freitag reagierte der Markt erleichtert auf die Freigabe. Die Broadcom-Papiere stiegen zum Wochenschluss um gut drei Prozent auf 324,75 Euro.

Infrastruktur-Deal und Analysten-Lob

Marktbeobachter werten die Entscheidung als klares Signal. Broadcom baut gemeinsam mit Amazon die massiven Cloud-Netzwerke für Anthropic auf. Ab 2027 stellt der Konzern gewaltige Rechenkapazitäten über Google-Prozessoren bereit.

Jefferies-Analyst Blayne Curtis sieht in dem aktuellen Kursrücksetzer eine seltene Einstiegschance. Er belässt sein Kursziel bei 516,91 US-Dollar. Die Wall Street teilt diesen Optimismus fast ausnahmslos. Von 27 befragten Analysten raten 24 zum Kauf der Aktie.

Curtis verweist besonders auf die enge Google-Partnerschaft. Ein langfristiger Vertrag sichert Broadcom die Entwicklung zukünftiger TPU-Generationen bis ins Jahr 2031. Dieser Deal könnte langfristig dreistellige Milliardenumsätze in die Kassen spülen. Die Produktion des neuen Chips TPU 8i startet im dritten Quartal 2026.

Hohe Volatilität im Chip-Sektor

Das Marktumfeld bleibt angespannt. Zuletzt sorgte eine Meldung von OpenAI für Unruhe unter Investoren. Neue Optimierungen senken die Betriebskosten von KI-Modellen offenbar um mehr als die Hälfte.

Diese Effizienzsteigerung drückte amerikanische Halbleiterwerte spürbar nach unten. Auch Broadcom spürte den Gegenwind. Auf Sicht von 30 Tagen verlor die Aktie rund 21 Prozent an Wert. Damit notiert der Titel deutlich unter seinem Rekordhoch aus dem Juni.

Ein Ausbruch über die 50-Tage-Linie bei knapp 352 Euro würde das Chartbild kurzfristig aufhellen. Die nächste fundamentale Hürde steht im September an. Dann veröffentlicht Broadcom seine Quartalszahlen und liefert konkrete Einblicke in die Entwicklungsbudgets.

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