Die rasante Entwicklung im Bereich der künstlichen Intelligenz (KI) treibt die Wachstumserwartungen für Broadcom in neue Dimensionen. Hock Tan prognostiziert für das Geschäftsjahr 2027 einen KI-spezifischen Umsatz von mehr als 100 Milliarden US-Dollar. Das Unternehmen stützt sich dabei auf eine außergewöhnlich hohe Visibilität der Aufträge, die teilweise bereits bis in das Jahr 2028 hineinreichen.
Massive Nachfrage nach KI-Halbleitern
Im zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2026 verzeichnete der Konzern einen Gesamtumsatz von 22,19 Milliarden US-Dollar. Dies entspricht einer Steigerung von 47,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Besonders dynamisch entwickelte sich das Segment der KI-Halbleiter, dessen Erlöse um 143 Prozent auf 10,80 Milliarden US-Dollar nach oben sprangen. Medienberichten zufolge belaufen sich die aktuellen Buchungen für KI-Lösungen bereits auf über 30 Milliarden US-Dollar.
Dieser Expansionskurs spiegelt sich auch in der Performance der Aktie wider, die seit Jahresbeginn um 23,35 Prozent zulegte. Für das laufende dritte Quartal stellt das Management einen Gesamtumsatz von rund 29,40 Milliarden US-Dollar in Aussicht. Davon sollen allein die KI-Halbleiter etwa 16 Milliarden US-Dollar beisteuern, was einer Verdreifachung gegenüber dem Vorjahr gleichkäme.
Analysten heben Gewinnschätzungen an
Die Experten der Erste Group Bank reagierten auf diese Dynamik und erhöhten ihre Schätzung für den Gewinn je Aktie im Geschäftsjahr 2027 auf 17,72 US-Dollar. Im Marktkonsens von 32 Analystenhäusern wird der Wert derzeit mit einem „Moderate Buy“ eingestuft. Während 28 Experten zum Kauf raten, vergeben vier das Prädikat „Halten“. Das durchschnittliche Kursziel auf Sicht von zwölf Monaten liegt bei 493,24 US-Dollar.
Trotz der positiven operativen Signale notiert das Papier am heutigen Montag bei 367,15 Euro. Damit behauptet die Aktie einen Vorsprung von 15,64 Prozent zu ihrem 200-Tage-Durchschnitt. Ein kritischer Blick richtet sich derweil auf das Verhalten der Unternehmensinsider. In den vergangenen drei Monaten standen lediglich drei Aktienkäufen insgesamt 59 Verkäufe durch Führungskräfte gegenüber.
Ausbau der Software-Sicherheit
Parallel zum Hardware-Boom forciert Broadcom die Weiterentwicklung der Software-Sparte. Mit dem heutigen Release der Version 16.4.3 von Clarity führt der Konzern weitere KI-gestützte Funktionen in seinem Portfolio für strategisches Portfoliomanagement ein. Zudem wurde das Sicherheitsangebot der VMware Cloud Foundation (VCF) signifikant erweitert.
Die neuen Lösungen vDefend und Avi Load Balancer sollen die Bereitstellungszeiten für Sicherheitsinfrastrukturen von Monaten auf wenige Wochen verkürzen. Durch technische Optimierungen ermöglicht die Plattform nun einen Durchsatz von bis zu 75 Terabit pro Sekunde innerhalb einer VCF-Instanz.
Diese Innovationen zielen darauf ab, die Marktposition gegenüber Konkurrenten wie Nutanix oder IBM zu festigen. Die finanzielle Basis für diese Investitionen bleibt stabil: Der freie Cashflow belief sich zuletzt auf 10,26 Milliarden US-Dollar, was etwa 46 Prozent des Quartalsumsatzes entspricht.
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