Broadcom Aktie: Blackstone führt Anthropic-Finanzierung an

Symbolbild, KI-generiert

Das geplante Kreditpaket soll Anthropic und weiteren Kunden Halbleiter sowie Rechenzentrumsinfrastruktur sichern.

Auf einen Blick:
  • Kreditpaket über 60 Milliarden US-Dollar geplant
  • Zwei Tranchen mit unterschiedlicher Rangfolge vorgesehen
  • Blackstone sagt neun Milliarden US-Dollar zu
  • KI-Chipumsatz im dritten Quartal stark gestiegen

Ein Bankenkonsortium an der Wall Street stellt ein Finanzierungspaket im Umfang von 60 Milliarden US-Dollar zusammen. Das Vorhaben soll die Bereitstellung von Halbleitern und Rechenzentrumsinfrastruktur für den KI-Entwickler Anthropic sowie weitere Kunden absichern.

Laut Bloomberg bereiten die beteiligten Institute entsprechende Syndizierungsunterlagen für den milliardenschweren Vorstoß vor. Im heutigen Handel legte die Broadcom-Aktie um 1,4 Prozent auf 310,00 Euro zu.

Aufteilung in zwei Tranchen

Die geplante Kreditstruktur teilt sich Medienberichten zufolge in zwei Tranchen auf. Vorgesehen ist eine vorrangig besicherte Tranche im Umfang von 42 Milliarden US-Dollar. Hinzu kommt eine nachrangige Tranche über 18 Milliarden US-Dollar.

Den nachrangigen Teil führt der Finanzinvestor Blackstone an. Die Gesellschaft sagt dafür 9 Milliarden US-Dollar aus eigenen Fonds zu und will das verbleibende Volumen bei externen Investoren platzieren.

Laut Reuters hatte Broadcom dem Start-up zuvor zugesagt, bis zu 42 Milliarden US-Dollar für Infrastruktur bereitzustellen, überwiegend strukturiert als wandelbare Schuldtitel. Damit könnte rund ein Drittel einer mehrjährigen Leasingverpflichtung für Google-TPU-Kapazitäten im Gesamtvolumen von 125,2 Milliarden US-Dollar abgedeckt werden.

Hohe Wachstumsziele im Halbleiterbereich

Für Broadcom steht bei der Vereinbarung eine erhebliche geschäftliche Ausweitung im Vordergrund. Der Konzern rechnet damit, dass Anthropic im kommenden Geschäftsjahr zum größten Kunden für kundenspezifisches Chipdesign aufsteigt. Die Partnerschaft mit Google und Broadcom soll dem KI-Entwickler ab dem kommenden Jahr Zugang zu mehreren Gigawatt an Rechenkapazität verschaffen.

Das Segment verzeichnet bereits eine hohe Dynamik. Im dritten Geschäftsquartal erzielte Broadcom mit KI-Halbleitern einen Umsatz von 16,7 Milliarden US-Dollar. Das entsprach einem Zuwachs von 221 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Für das Geschäftsjahr 2027 prognostiziert das Management einen KI-Chipumsatz von 115 Milliarden US-Dollar.

Diskussion über Lieferantenkredite an der Wall Street

Die Konstruktion stößt am Markt nicht nur auf Zustimmung. Wenn ein Chiphersteller die Infrastrukturkäufe seiner eigenen Abnehmer über umfangreiche Kreditlinien mitorganisiert, sehen Beobachter das Risiko einer Kreislauffinanzierung. Anthropic wies in Unterlagen zudem selbst auf mögliche Interessenkonflikte hin, da Broadcom gleichzeitig als zentraler Ausrüster und als Kreditgeber fungiert.

Bereits im Juni hatte Broadcom gemeinsam mit Partnern eine Finanzierung über 35 Milliarden US-Dollar für Rechenkapazitäten arrangiert. Zudem verlangen institutionelle Geldgeber im gesamten Technologiesektor zunehmend belastbare Garantien für chipbesicherte Kreditmodelle, da Banken Halbleiter oft über kürzere Zeiträume abschreiben als Betreiber. Trotz dieser Debatte über die Finanzierungsrisiken behauptet sich die Aktie von Broadcom im Handel fest.

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