Jay Goldberg von Seaport Research Partners hat Broadcom von Kaufen auf Neutral herabgestuft. Die Begründung klingt zunächst fast freundlich, hat es aber in sich: Das Unternehmen stößt demnach an die Grenzen der Halbleiter- und KI-Branche. Nicht weil es schlecht läuft, sondern weil es so gut läuft, dass der Markt es längst weiss.
Starke Zahlen, aber wer soll noch überrascht werden?
Goldberg räumt ein, dass Broadcom in sehr guter Verfassung ist. Der Umsatz soll in diesem Jahr um 60 Prozent wachsen, getragen von der starken Nachfrage nach dem ASIC-Geschäft rund um Google, Anthropic und andere. Das ist keine schlechte Geschichte. Nur eben keine neue mehr.
„Wir sehen die Gewinne als vollständig im Konsens eingepreist“, schreibt Goldberg. Auf gut Deutsch: Wer kaufen wollte, hat gekauft. Die positive Entwicklung steckt im Kurs. Was jetzt noch kommen muss, sind Überraschungen nach oben, und die sieht Goldberg nicht.
Broadcom Aktie Chart
Dasselbe Problem wie Nvidia und AMD
Broadcom, Nvidia und AMD stecken laut Goldberg im gleichen Dilemma. Alle drei müssen die gigantische Infrastruktur der KI-Rechenzentren mitfinanzieren und abstützen. Broadcom ist dabei zwar deutlich weniger exponiert als Nvidia, doch auch das wertet Goldberg nicht als Vorteil. Es sei vielmehr ein Symptom einer Branche, die unter dem Gewicht der Milliardeninvestitionen für Gigawatt-Rechenzentren ächzt.
Hinzu kommt: Broadcom wird laut Goldberg zunehmend in die Kundenfinanzierung hineingezogen. Das ist kein Zeichen von Stärke, sondern von Druck.
Genau darin liegt die eigentliche Pointe dieser Herabstufung. Goldberg zweifelt nicht am Geschäft. Er zweifelt daran, ob die angekündigten KI-Deployments wirklich im erwarteten Tempo skalieren. Und wenn nicht, dann ist ein Kurs, der 60 Prozent Wachstum bereits einpreist, eben kein Schnäppchenpreis mehr. Neutral heisst in diesem Fall: alles bereits drin, nichts mehr für die Fantasie übrig.
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