Broadcom schaltet den nächsten Gang ein. Gemeinsam mit Apollo und Blackstone bringt der Chipkonzern eine Finanzierungsplattform für KI-Rechenzentren an den Start. Das Volumen der ersten Tranche: 35 Milliarden Dollar.
Das Ziel der „AI XPV Platform“ ist ambitioniert. Mehr als 20 Gigawatt Rechenleistung sollen mit Broadcoms XPUs und Netzwerklösungen aufgebaut werden. Zu den ersten Kunden zählen die KI-Labors Anthropic und OpenAI. Apollo führt die Finanzierung an, Blackstone ist als Ankerinvestor dabei.
Der erste Ausbau betrifft Anthropic. Das Unternehmen bekommt über eine Gigawatt Recheninfrastruktur – der Start ist für Mitte 2026 geplant.
Rekordzahlen, aber der Markt will mehr
Die Nachricht kommt nur eine Woche nach den Q2-Zahlen. Broadcom meldete für das am 3. Mai endende Quartal einen Umsatz von 22,19 Milliarden Dollar – ein Plus von 48 Prozent. Treiber war das KI-Geschäft: Die Halbleitersparte legte um 143 Prozent auf 10,8 Milliarden Dollar zu. Der bereinigte Gewinn je Aktie lag mit 2,44 Dollar über den Erwartungen.
Für das laufende Quartal stellt Broadcom noch höhere Latten auf. Der Umsatz soll auf 29,4 Milliarden Dollar steigen, das KI-Segment auf 16 Milliarden Dollar. Für das gesamte Geschäftsjahr 2027 gibt sich das Management zuversichtlich: über 100 Milliarden Dollar KI-Umsatz sind das Ziel.
Soweit so stark. Doch die Börse reagierte verhalten. Die Aktie fiel nach den Zahlen – wegen extrem hoher Erwartungen und Gewinnmitnahmen im Tech-Sektor, so die überwiegende Lesart. Die Aktie schloss am Dienstag bei 339,45 Euro.
Charttechnisch angeschlagen
Das Papier notiert rund 21 Prozent unter seinem Rekordhoch von 429,60 Euro, das erst Anfang Juni erreicht wurde. Auf Wochensicht beträgt das Minus fast 18 Prozent. Der 50-Tage-Durchschnitt bei 343,62 Euro liegt knapp über dem aktuellen Kurs – der RSI von 42 zeigt eine neutrale Verfassung ohne Überverkaufssignal.
Mit der AI XPV Platform erschließt Broadcom einen neuen Finanzierungshebel. Das Modell kombiniert institutionelles Kapital mit eigener Hardware – eine Blaupause, die den Ausbau der KI-Infrastruktur beschleunigen könnte. Die nächste Bewährungsprobe folgt mit den Q3-Zahlen im September.
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