Broadcom hat am Mittwoch Zahlen für das dritte Geschäftsquartal 2026 vorgelegt, die Umsatz und Gewinn über den Analystenschätzungen zeigten. Der Umsatz wuchs um 86 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf 29,59 Milliarden Dollar, der bereinigte Gewinn je Aktie lag bei 3,32 Dollar und damit über den erwarteten rund 3,24 Dollar. Getragen wurde das Wachstum von der KI-Sparte: Die Erlöse mit KI-Halbleitern kletterten um 221 Prozent auf 16,7 Milliarden Dollar.
Dennoch reagierte der Markt verhalten. Der Grund liegt in der Prognose für das vierte Geschäftsquartal: Broadcom stellte einen Umsatz von etwa 34,8 Milliarden Dollar in Aussicht, während Analysten im Schnitt rund 35,03 Milliarden Dollar erwartet hatten. Diese Guidance wirkte trotz des starken Quartals wie ein Dämpfer und dominierte die Marktreaktion nach der Vorlage.
KI-Ausblick weiter angehoben
Broadcom nutzte den Bericht, um seine langfristigen KI-Ziele erneut zu erhöhen. Für das Geschäftsjahr 2027 rechnet das Unternehmen nun mit rund 115 Milliarden Dollar KI-Chip-Umsatz, nachdem zuvor eine Marke von über 100 Milliarden Dollar in Aussicht stand.
Für das Geschäftsjahr 2028 stellte Broadcom sogar eine Verdopplung auf etwa 230 Milliarden Dollar in Aussicht. Als Treiber nannte das Unternehmen das ausgebaute Geschäft mit Anthropic und OpenAI sowie weiteren KI-Kunden.
Diese Größenordnungen verdeutlichen, wie stark Broadcom seine Zukunft an den KI-Boom knüpft. Gleichzeitig zeigt die Reaktion auf die kurzfristige Prognose, wie sensibel Anleger auf jede Abweichung vom Konsens reagieren – selbst wenn die langfristige Story intakt bleibt.
Dividende bestätigt, Kurs unter Druck
Neben den operativen Zahlen bestätigte Broadcom seine Ausschüttungspolitik: Der Verwaltungsrat beschloss eine Quartalsdividende von 0,65 Dollar je Aktie, zahlbar am 30. September 2026 an Aktionäre, die am 21. September 2026 im Aktionärsregister eingetragen sind.
An der Börse setzte die Aktie ihre jüngste Schwächephase fort. Der Schlusskurs vom Freitag lag bei 308,50 Euro, nachdem das Papier binnen 30 Tagen rund 15 Prozent verloren hatte. Der Titel notiert damit etwa 7,5 Prozent unter seinem 50-Tage-Durchschnitt von 333,60 Euro – ein Zeichen dafür, dass die kurzfristige Enttäuschung über die Prognose stärker wiegt als die angehobenen mehrjährigen KI-Ziele.
Zum bereits vor gut einer Woche bekannt gewordenen Plan, Milliarden an Fremdkapital für den Ausbau der KI-Infrastruktur aufzunehmen, passt das Bild eines Unternehmens, das massiv investiert, während der Markt kurzfristig auf jede Verlangsamung im Wachstumstempo reagiert.
Für Anleger bleibt damit eine Abwägung: Die operative Substanz und die angehobenen KI-Ziele sprechen für die langfristige Story, während die verfehlte Umsatzprognose fürs kommende Quartal kurzfristig für Verunsicherung sorgt.
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