Starke Nachfrage, fallende Kurse. Bei Broadcom klaffen operative Realität und Börsenstimmung derzeit weit auseinander. Das Geschäft mit Künstlicher Intelligenz explodiert förmlich. Die Aktie hingegen hat seit ihrem Rekordhoch Anfang Juni rund 20 Prozent eingebüßt.
Beeindruckendes Wachstum, schwache Profitabilität
Der jüngste Quartalsbericht lieferte starke Zahlen. Der Gesamtumsatz kletterte im Jahresvergleich um 48 Prozent auf 22,19 Milliarden US-Dollar. Treiber war das Segment für KI-Chips. Hier schossen die Erlöse um 143 Prozent nach oben.
Allerdings reagierte der Markt mit einem Kursrutsch von etwa 17 Prozent. Der Grund liegt in der Profitabilität. Die bereinigte Bruttomarge fiel auf 77 Prozent. Broadcom verkauft aktuell mehr maßgeschneiderte ASICs. Diese Spezialchips werfen weniger Gewinn ab als Standard-Silizium. Analysten sprechen von einer Margen-Falle.
Volle Auftragsbücher
Das Management hält an seinem aggressiven Kurs fest. Für das dritte Quartal peilt Broadcom einen KI-Umsatz von über 16 Milliarden Dollar an. Das entspräche einer Verdreifachung zum Vorjahr. CEO Hock Tan bezeichnet die Nachfrage schlicht als unersättlich.
Bis zum Geschäftsjahr 2027 will der Konzern kumuliert über 100 Milliarden Dollar mit KI-Lösungen einnehmen. Ein massiver Auftragsbestand stützt diese Prognose. Ein neuer Großkunde orderte kürzlich Chips für zehn Milliarden Dollar. Parallel dazu verlängerte Meta seine strategische Partnerschaft.
Marktumfeld und Ausschüttungen
Der jüngste Rücksetzer reiht sich in einen breiteren Ausverkauf im Technologiesektor ein. Investoren hinterfragen zunehmend die Rendite der gigantischen KI-Investitionen. Am Montag schloss die Broadcom-Aktie bei 343,65 Euro. Damit notiert das Papier knapp unter der 50-Tage-Linie.
JPMorgan rät weiterhin zum Kauf. Die Analysten verwerfen Gerüchte über Verzögerungen bei der Google-Kooperation. Das durchschnittliche Kursziel liegt bei rund 490 Euro.
Aktionäre profitieren derweil von steigenden Ausschüttungen. Broadcom erhöht die Quartalsdividende um zehn Prozent auf 0,65 Dollar je Aktie. Die nächste Zahlung erfolgt Ende Juni. Ein laufendes Aktienrückkaufprogramm über zehn Milliarden Dollar stützt den Kurs zusätzlich.
Die operative Entwicklung bleibt intakt. Der hohe Anteil an Spezialchips drückt zwar kurzfristig die Marge. Die prall gefüllten Auftragsbücher sichern jedoch das langfristige Wachstum. Solange Großkunden wie Meta ihre Infrastruktur massiv ausbauen, hat Broadcom beste Chancen auf das anvisierte Milliardenziel.
Broadcom-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Broadcom-Analyse vom 23. Juni liefert die Antwort:
Die neusten Broadcom-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Broadcom-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 23. Juni erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
