Broadcom Aktie: 16 Milliarden Dollar KI-Umsatz

Broadcoms Kooperation mit OpenAI bei Spezial-Chips mildert die Folgen des KI-Effizienz-Schocks. Trotz Kursverlusten bleibt die Nachfrage nach maßgeschneiderter Hardware hoch.

Auf einen Blick:
  • OpenAI senkt KI-Kosten per Software
  • Broadcom entwickelt Spezial-Chip Jalapeño
  • Aktie verliert 21 Prozent in 30 Tagen
  • UBS und Jefferies bestätigen Kaufempfehlung

Ein Software-Durchbruch bei OpenAI schickt die Chip-Branche auf Talfahrt. Investoren fürchten einen massiven Einbruch bei teurer Hardware. Broadcom trifft dieser Schock mitten in einer schweren Korrektur. Das Unternehmen hat jedoch einen exklusiven Trumpf in der Hand.

Effizienz-Schock trifft auf Spezial-Hardware

Ingenieure von OpenAI haben die Kosten für KI-Berechnungen per Software halbiert. Der Philadelphia Semiconductor Index stürzte daraufhin um über fünf Prozent ab. Der Markt fürchtet eine sinkende Nachfrage nach Hochleistungs-Grafikkarten. Broadcom ist hier allerdings teilweise abgeschirmt. Der Konzern entwickelt gemeinsam mit OpenAI den Spezial-Chip „Jalapeño“. Die Markteinführung ist für Ende 2026 geplant. Dieser Chip zielt auf eine noch höhere Kosteneffizienz ab. Damit verwandelt Broadcom das Software-Risiko in eine handfeste Hardware-Chance.

Massive Gewinnmitnahmen

Trotz dieser Perspektive steht der Aktienkurs unter Druck. Das Papier verlor in den letzten 30 Tagen 21,63 Prozent an Wert. Mit 324,55 Euro notiert der Kurs spürbar unter dem Rekordhoch vom Juni. Nach einem extrem starken ersten Halbjahr sichern Investoren derzeit im großen Stil Gewinne.

Operativ läuft das Geschäft auf Hochtouren. Der Gesamtumsatz sprang im zweiten Quartal um knapp 48 Prozent nach oben. Die reinen KI-Erlöse kletterten sogar um 143 Prozent. Das Management rechnet für das dritte Quartal mit KI-Umsätzen von 16 Milliarden US-Dollar. Einige Analysten hatten hier noch deutlich mehr erwartet. Diese Enttäuschung befeuert den aktuellen Abverkauf.

Dominanz im Custom-Markt

Großbanken lassen sich von der Korrektur nicht beirren. UBS rät weiter zum Kauf und sieht das Kursziel bei 485 US-Dollar. Die Experten verweisen auf die hohe Nachfrage nach maßgeschneiderten KI-Chips. Jefferies ruft sogar ein Ziel von 550 US-Dollar aus.

Kein Wunder. Broadcom kontrolliert rund 70 Prozent dieses hochprofitablen Spezialmarktes. Diese Dominanz spülte zuletzt einen freien Cashflow von über zehn Milliarden US-Dollar in die Kasse. Ein Insider-Verkauf von gut 1.600 Aktien durch eine Direktorin fällt da kaum ins Gewicht.

Charttechnisch nähert sich die Aktie nun einem spannenden Bereich. Der Kurs testet aktuell die 100-Tage-Linie bei rund 320 Euro. Parallel dazu signalisiert ein niedriger RSI einen fast überverkauften Zustand. Hält diese charttechnische Unterstützung, bietet der für Ende 2026 geplante Chip-Start einen starken Katalysator für die nächste Aufwärtsbewegung.

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