Am Dienstag um 8 Uhr britischer Zeit legt British American Tobacco sein Trading Update für das erste Halbjahr vor. Die Erwartungen sind klar, der Druck ist real: Kann der Tabakkonzern beweisen, dass die Transformation zu rauchlosen Produkten Fahrt aufnimmt?
Die Aktie gab am Freitag um 2,12 Prozent auf 52,66 Euro nach. Über die Woche summiert sich der Verlust auf 6,37 Prozent – kein Vertrauensvorschuss vor dem Zahlen-Termin. Dabei notiert die Aktie nur gut sieben Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 57,18 Euro. Technisch ist sie mit einem RSI von 98,3 extrem überkauft. Die Messlatte für positive Überraschungen liegt hoch.
Smokeless-Strategie als Prüfstein
Der eigentliche Fokus liegt nicht auf dem Kalenderdatum, sondern auf dem Mix-Wandel im Nikotingeschäft. Vapes, erhitzter Tabak und orale Nikotinprodukte werden für den Investment-Case immer wichtiger – klassische Zigarettenvolumen schrumpfen strukturell. BAT hat das Ziel ausgegeben, bis 2035 überwiegend ein rauchloses Geschäft zu sein. Im vergangenen Jahr steuerten diese Produkte 18,2 Prozent zum Konzernumsatz bei, ein Plus von 70 Basispunkten.
Die Zahl der Smokeless-Konsumenten stieg auf 34,1 Millionen, ein Zuwachs von 4,7 Millionen. Die New Categories erzielten einen Umsatz von 3,62 Milliarden Pfund, währungsbereinigt ein Plus von sieben Prozent. Noch deutlicher: Der Beitrag dieser Sparte zum operativen Ergebnis legte um 77,1 Prozent auf 427 Millionen Pfund zu.
Was der Markt am Dienstag sehen will
BAT hatte sich zum Jahresstart am unteren Ende der mittelfristigen Ziele orientiert: Umsatzwachstum von drei bis fünf Prozent, operatives Gewinnwachstum von vier bis sechs Prozent. Dazu ein Aktienrückkaufprogramm über 1,3 Milliarden Pfund und ein Dividendenwachstum in Pfund.
Investoren werden genau hinschauen, ob diese Zielkorridore noch erreichbar sind. Die Preissetzungsmacht im Tabakgeschäft zählt ebenso dazu wie die Fortschritte in den New Categories, das Tempo beim Schuldenabbau und die Kapitalrückführung an Aktionäre. Der Verschuldungsgrad soll sich bis Jahresende im Korridor von 2,0- bis 2,5-fachem Nettoschulden-EBITDA bewegen.
Am Dienstag um acht liegt das Update vor. Dann zeigt sich, ob BAT die Wende beschleunigen kann – und ob der Markt das belohnt.
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