British American Tobacco-Aktie: KI frisst 9.000 Stellen!

Tabakkonzern BAT baut im Zuge des Fit2Win-Programms rund 9.000 Stellen ab und strebt jährliche Einsparungen von 600 Millionen Pfund an.

Auf einen Blick:
  • 5.500 Stellen gestrichen, 3.500 weitere zu Partnern verlagert, rund 20 Prozent der globalen Belegschaft
  • Fit2Win-Programm soll bis Ende 2028 jährliche Einsparungen von 600 Millionen Pfund liefern
  • Partnerschaften mit Accenture, ITC Infotech und Systems Ltd. übernehmen Teile der Belegschaft
  • Fabrik in Heidelberg, Südafrika, bereits geschlossen, US-Geschäft nicht betroffen

Tadeu Marroco, Chef von British American Tobacco, hat ein Talent für Euphemismen. „Wir bauen eine zukunftsfähige Organisation, die agiler, kostendisziplinierter und technologiegestützt ist“, sagte er am Montag. Was er meinte: 5.500 Menschen verlieren ihren Job, weitere 3.500 Stellen wandern zu externen Partnern. Zusammen sind das gut 9.000 Positionen, rund 20 Prozent der globalen Belegschaft des Tabakkonzerns.

Fit2Win, oder: Wie man Entlassungen benennt

Das Programm heißt Fit2Win, gestartet 2025, und es klingt nach Sportlermentalität. Dahinter steckt ein klassischer Umbau: Komplexität raus, Kosten runter, Technologie rein. Die Partnerschaft mit Accenture, geschlossen im Juli 2025, hat bereits Stellen aus den globalen Service-Hubs in Costa Rica, Mexiko, Polen, Rumänien und Malaysia sowie aus Lieferketten-Einheiten in Großbritannien und Singapur übernommen. ITC Infotech bekommt IT-Rollen in Polen und Rumänien, dazu entsteht ein neues „Future Capabilities Centre“ in Indien.

Das US-Geschäft bleibt außen vor. Dort gelten andere Spielregeln, und Marroco hat offensichtlich keine Lust, sie herauszufordern.

600 Millionen Pfund, jährlich

Die Rechnung, die BAT aufmacht, ist nicht unattraktiv. Bis Ende 2028 sollen die Einsparungen auf 600 Millionen Pfund pro Jahr klettern, aufbauend auf einem früheren Ziel von 500 Millionen Pfund bis 2027. Das ist kein kleines Upgrade. Ob der Markt das honoriert, hängt davon ab, wie glaubwürdig die Umsetzung wirkt, und Tabakkonzerne haben in Sachen Glaubwürdigkeit bekanntlich eine komplizierte Geschichte.

Südafrika als Warnsignal

Nebenbei erwähnt BAT die Schließung seiner Fabrik in Heidelberg, Südafrika. Der Grund ist ernüchternd: Der Schwarzmarkt dominiere den Markt dort inzwischen so stark, dass ein legaler Betrieb nicht mehr tragfähig sei. Das ist kein Restrukturierungsthema, das ist ein Kontrollverlust. Und es zeigt, dass BAT nicht nur intern umbaut, sondern auch extern unter Druck steht, von Schmuggelware, von rückläufigem Konsum, von einer Branche, die strukturell schrumpft.

Fit2Win klingt gut. Die Frage ist, ob man damit auch gegen sinkende Volumina gewinnt.

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