British American Tobacco Aktie: 15 Prozent Wachstum bei rauchfreien Produkten

British American Tobacco hebt Erwartungen für Vuse und Velo an, während klassische Zigaretten weiter an Boden verlieren.

Auf einen Blick:
  • Umsatzprognose für rauchfreie Sparte angehoben
  • Zigarettenmarkt schrumpft stärker als erwartet
  • Aktie legt im deutschen Handel zu
  • Halbjahreszahlen für Ende Juli angekündigt

Kurz vor der Veröffentlichung der offiziellen Halbjahreszahlen hat British American Tobacco (BAT) die Erwartungen für sein Wachstumssegment angepasst. Während das Geschäft mit klassischen Zigaretten weltweit unter Druck steht, blickt der Konzern für seine alternativen Angebote optimistischer in die Zukunft. Am Freitag verzeichnete das Papier im deutschen Handel einen Kursanstieg von 1,97 Prozent und schloss bei 53,76 Euro. Damit setzt die Aktie ihren positiven Trend im laufenden Turnus fort und weist seit Jahresbeginn ein Plus von 12,23 Prozent auf.

Optimismus im Bereich der rauchfreien Alternativen

Im Zentrum der aktuellen Unternehmensentwicklung steht die Sparte für rauchfreie Produkte, zu der unter anderem die Marken Vuse und Velo gehören. Medienberichten zufolge hat der Konzern seine Umsatzprognose für diesen Bereich angehoben. Erwartete BAT zuvor ein Wachstum im niedrigen zweistelligen Prozentbereich, geht das Management nun von Zuwächsen im sogenannten mittleren Teenager-Bereich aus, was Steigerungsraten um die 15 Prozent entspricht.

Diese Entwicklung ist für den Tabakriesen von strategischer Bedeutung, da rauchfreie Produkte bereits im Jahr 2025 rund 18 Prozent des Gesamtumsatzes ausmachten. CEO Tadeu Marroco betonte in diesem Zusammenhang, dass die Auslieferung für das Gesamtjahr auf Kurs bleibe, wobei die Gewinne turnusgemäß stärker in der zweiten Jahreshälfte erwartet werden. Dennoch bleibt die Prognose für den Konzernumsatz insgesamt am unteren Ende der Zielspanne von 3 bis 5 Prozent, was die anhaltende Transformation des Geschäftsmodells unterstreicht.

Herausforderungen durch schrumpfende Kernmärkte

Dem Wachstum bei den Alternativen steht ein beschleunigter Rückgang im traditionellen Tabakgeschäft gegenüber. Die Erwartung für das weltweite Volumen des Zigarettenmarktes wurde nach unten korrigiert: Der Konzern rechnet nun mit einem Rückgang von etwa 2,5 Prozent, nachdem zuvor ein Minus von 2 Prozent prognostiziert worden war. Auch der operative Gewinn dürfte laut Unternehmensangaben lediglich das untere Ende der angestrebten Spanne von 4 bis 6 Prozent erreichen.

Regionale Daten verdeutlichen die Komplexität des Marktes. So meldete die Tochtergesellschaft BAT Kenya für das erste Halbjahr 2026 zwar ein Umsatzplus von 5 Prozent auf 12,3 Milliarden Kenia-Schilling, kämpft jedoch massiv mit dem illegalen Handel. Laut MD Sidney Wafula machen illegale Zigaretten inzwischen rund 45 Prozent des dortigen Marktes aus. Trotz dieser Widrigkeiten stieg der Gewinn vor Steuern in der Region um 2 Prozent auf 4,4 Milliarden Kenia-Schilling, gestützt durch starke Exporte und die steigende Nachfrage nach Nikotinbeuteln. Eine Zwischendividende von 10 Schilling pro Aktie wurde dort bereits angekündigt.

Technischer Ausblick und Termin für Halbjahreszahlen

Anleger blicken nun gespannt auf den kommenden Donnerstag, den 30. Juli, wenn British American Tobacco die detaillierten Ergebnisse für das erste Halbjahr 2026 vorlegen wird. Diese Zahlen dürften Aufschluss darüber geben, ob die starken Exportverkäufe und das Wachstum bei den neuen Kategorien die Schwäche im US-Markt und die steigenden Betriebskosten, die beispielsweise in Kenia um 7 Prozent zulegten, kompensieren können.

Aus technischer Sicht notiert die Aktie derzeit stabil über ihren längerfristigen Durchschnittswerten. Mit dem aktuellen Kursniveau liegt der Wert etwa 6,48 Prozent über seinem 200-Tage-Durchschnitt von 50,49 Euro. Analysten beobachten dabei besonders den Widerstand im Bereich von 4.572 britischen Pence, während das Unternehmen gleichzeitig mit regulatorischen Herausforderungen in Märkten wie Kroatien oder den USA konfrontiert bleibt, wo Steuerpolitiken und Zulassungsverfahren für Nikotinbeutel die künftige Marge beeinflussen könnten.

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