Britischer Konsumgüterhersteller Unilever: Defensiv-Kandidat mit Bonus-Chance

Warum Konsumgüter-Hersteller „inflationssicher“ sind

Auf einen Blick:
  • Warum Konsumgüter-Hersteller „inflationssicher“ sind
  • Unilevers Lebensmittel-Sparte weckt Begehrlichkeiten bei US-Konkurrenten
  • Gerüchte-Küche brodelt schon länger
  • Auch ohne Deal dürften Aktionäre profitieren

Zu einem ausgewogenen Depot gehört eine ausgewogene Verteilung des Kapitals über mehrere Branchen hinweg. Gleichzeitig ist es sinnvoll, in Abhängigkeit der Marktlage die Gewichtung der verschiedenen Branchen aktiv zu managen. In der aktuellen geopolitischen Ausnahme-Situation kann die Aufstockungen im Gesundheits- und Verteidigungssektor oder eine Neupositionierung im Versicherungssektor für Anleger vorteilhaft sein. Gleichzeitig dürfte eine Reduzierung von Highgrowth-Aktien nicht schädlich sein.

Heute möchte ich Ihnen eine attraktive Chance aus dem Konsumgüter-Sektor vorstellen, die nicht nur aufgrund des defensiven Charakters sondern auch aufgrund einer Übernahme-Chance überzeugt. Neuigkeiten rund um den britischen Konsumgüterhersteller Unilever in Verbindung mit einer kleinen Preiskorrektur, machen die Aktie aus meiner Sicht sehr aussichtsreich.

Warum Konsumgüter-Hersteller „inflationssicher“ sind

Zunächst möchte ich Ihnen kurz erklären, warum Konsumgüter-Aktien in unsicheren Zeiten gut fürs Depot sind. Der Hauptgrund ist, dass Konsumgüter unabhängig von der Konjunktur benötigt werden. Ob Shampoo, Waschmittel oder Lebensmittel – diese Produkte gehören zum täglichen Bedarf. Selbst wenn die wirtschaftliche Dynamik nachlässt, bleibt die Nachfrage stabil. Das macht Unternehmen wie Unilever zu klassischen defensiven Investments.

Hinzu kommt ein entscheidender Vorteil: Preissetzungsmacht. In den vergangenen Jahren hat Unilever mehrfach gezeigt, dass steigende Kosten – etwa durch höhere Energiepreise oder teurere Rohstoffe – zumindest teilweise an die Konsumenten weitergegeben werden können. Gerade in einem Umfeld mit steigenden Ölpreisen ist das ein zentraler Faktor. Während viele Industrieunternehmen unter Margendruck geraten, gelingt es Konsumgüterkonzernen häufig, ihre Profitabilität in etwa zu halten.

Unilever Aktie Chart

Unilevers Lebensmittel-Sparte weckt Begehrlichkeiten bei US-Konkurrenten

Doch Unilever ist aktuell nicht nur wegen seiner defensiven Eigenschaften interessant. Hinter den Kulissen läuft eine strategische Überprüfung, die erhebliches Kurspotenzial freisetzen könnte. Im Mittelpunkt stehen zwei – für Aktionäre positive – Überlegungen: Die mögliche Abspaltung der Lebensmittelsparte oder eine Übernahme derselbigen.

Unilever – in Deutschland für seine Knorr-Produkte bekannt, hat für das Geschäft auch schon einen bestätigten Interessenten: Den US-Rivalen McCormick. Ob es für einen schnellen Deal reicht oder eine Abspaltung am Ende als attraktivere Chance eingestuft wird, dürfte sich in den kommenden Wochen zeigen.

Gerüchte-Küche brodelt schon länger

Die Überlegungen sind gut begründet. Die Lebensmittelsparte wächst deutlich langsamer als die margenstärkeren Bereiche rund um Körperpflege und Gesundheit. Während das Food-Segment zuletzt nur rund 2,5% Wachstum zeigte, entwickeln sich andere Bereiche deutlich dynamischer. Ist das lahmende Geschäft weg, steigt das Unilever-Wachstum und der Aktienmarkt würde dem Unternehmen voraussichtlichen einen höheren Bewertungsmultiplikator beimessen.

Spannend ist in diesem Zusammenhang auch ein Blick auf vorherige Fusionsgerüchte. Offenbar gab es ebenfalls Gespräche mit Konkurrent KraftHeinz über eine mögliche Zusammenlegung von Teilen der Lebensmittelgeschäfte. Ein solcher Deal hätte einen neuen globalen Giganten im Lebensmittelbereich geschaffen, doch die Gespräche wurden beendet – vielleicht weil Unilever in einer Abspaltung mehr wert für die Aktionäre sah oder McCormick auftauchte? – Vorstellbar, dass KraftHeinz sich die Braut noch einmal anschaut, jetzt wo ein direkter Konkurrent Interesse signalisiert.

Auch ohne Deal dürften Aktionäre profitieren

Eine Übernahme oder eine Fusion des Lebensmittelgeschäfts ist vermutlich nicht zwingend notwendig, um die Anleger zufrieden zu stellen. Kommt es zu einer Abspaltung, sind die Akt-Aktionäre häufig ebenfalls Profiteure, da an der Börse Mischkonzerne fast immer mit einem Bewertungsabschlag gehandelt werden.

Unterschiedliche Geschäftsbereiche mit verschiedenen Wachstumsprofilen lassen sich schwer vergleichen – und werden daher konservativ bewertet. Es gibt sozusagen mehr Angriffsfläche, schlechte Nachrichten schlagen stärker durch als gute.

Durch eine Abspaltung könnte der „Konglomeratsabschlag“ aufgehoben werden. Jedes Geschäft wird dann für sich bewertet – oft mit einem höheren Multiple, da Investoren klarer strukturierte Unternehmen mit fokussierten Strategien und weniger „Störfeuer“ erhalten. Einige Analysten bewerten Konglomerate als „sum of the parts“ – also die Summe der Konzernteile – und kommen damit sehr oft zu deutlich höheren Kurszielen als bei der gängigen Discounted Cashflow-Analyse.

TKMS als Positiv-Beispiel

Dass strategische Abspaltungen funktionieren können, hat der Markt in den vergangenen Jahren mehrfach gezeigt, zuletzt beim deutschen Industriekonglomerat Thyssenkrupp mit der Abspaltung der Marine-Sparte.

Abspaltungen führen nicht selten dazu, dass versteckte Werte sichtbar werden und beide Einheiten an der Börse hinterher zusammengerechnet deutlich mehr wert sind als im Verbund. Bei Thyssenkrupp lag der Mehrwert kurz nach der Abspaltung bei über 50%.

Neben der defensiven Stabilität des Geschäftsmodells kommt eine Abspaltungschance hinzu, die zusätzlichen Wert für Anleger schaffen würde. Unilever ist daher aus meiner Sicht einen genaueren Blick wert.

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