Venezuela und die USA haben die bisherige Januar-Stabilität am Ölmarkt abrupt aufgebrochen. Die angekündigte Übergabe großer venezolanischer Ölvorräte an die USA treibt das Angebot nach oben und zwingt Marktteilnehmer zur Neubewertung. Reicht das, um die Brent-Notierungen dauerhaft zu drücken?
- Aktueller Kurs: 60,10 USD (Heute) — damit neues Jahrestief erreicht.
- 52-Wochen-Hoch: 65,16 USD (Abstand: -7,77%); 50-Tage-Durchschnitt: 62,52 USD; RSI (14): 40,5.
Venezuela treibt das Angebot
Laut den vorliegenden Meldungen will die US-Regierung zwischen 30 und 50 Millionen Barrel venezolanischen Öls in den US-Markt leiten. Marktteilnehmer werten diese angekündigte Menge als deutlichen Angebotsimpuls für ein bereits gut versorgtes Marktumfeld. In Verbindung mit Unruhen in Caracas reduziert das die bisherige geopolitische Risikoprämie — zumindest kurzfristig.
Die unmittelbare Folge: Brent fiel unter die psychologisch wichtige 60‑Dollar-Marke und testet neue Tiefstände. Die Nachricht allein erklärt den jüngsten Preisdruck; ob es sich um eine einmalige Maßnahme oder den Beginn einer dauerhaften Wiedereingliederung venezolanischen Öls handelt, bleibt offen.
OPEC+ reagiert begrenzt, Lagerdaten rücken in den Fokus
OPEC+ hat die geplante Rücknahme von Förderkürzungen für das erste Quartal vorerst ausgesetzt. Das stoppt zusätzliche Mengen aus dem Bündnis, kompensiert jedoch nicht die angekündigten venezolanischen Lieferungen. Die Allianz begrenzt neuen Zulauf, kann das Gesamtangebot aber nicht kurzfristig reduzieren.
Heute Nachmittag stehen zusätzlich die US-Lagerdaten der EIA an. Ein erwarteter Rückgang um rund 1,2 Millionen Barrel könnte kurzfristig stützen. Angesichts der Venezuela-Entwicklung dürften diese Bestände jedoch nur begrenzte Gegenkräfte liefern; die Marktlogik ist derzeit stark angebotsgetrieben.
Brent Crude Oil Chart
Charttechnik und Ausblick
Technisch wirkt der Kurs unter Druck: Brent notiert unter dem 50‑Tage-Durchschnitt, der RSI bei etwa 40 deutet auf schwächere Dynamik, aber noch keine extreme Überverkauftheit. Im vorliegenden Szenario nennt der Markt die Marke von 59,85 USD als kritischen Punkt: Ein nachhaltiger Bruch würde technischen Verkaufsdruck auslösen und Druck in Richtung etwa 55 USD erhöhen, so die vorherrschende Einschätzung.
Konkrete Wegweiser für die nächsten Tage sind klar benennbar: Erstens, ob die angekündigten venezolanischen Mengen tatsächlich in den US-Verbrauch fließen und in welchem Tempo; zweitens, die EIA-Lagerdaten heute Nachmittag; drittens, mögliche weitere Entscheidungen von OPEC+ zur Förderpolitik. Solange die Rückkehr venezolanischen Öls auf den Weltmarkt nicht als einmalig eingestuft wird, bleibt der Preisdruck auf Brent bestehen.
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