Brent: Hormus eskaliert Ölpreis

Symbolbild, KI-generiert

Nach neuen Angriffen in der Straße von Hormus verteuert sich Brent auf 101,37 Dollar. Begrenzte Reserven erhöhen den Preisdruck zusätzlich.

Auf einen Blick:
  • Brent erreicht 101,37 US-Dollar
  • USA und Iran melden Gegenschläge
  • Ölreserven großer Staaten nahe Untergrenze
  • Weitere Kursziele liegen bei 112,72 Dollar

Die Lage in der Straße von Hormus hat sich in der Nacht zugespitzt. Berichten zufolge sollen die USA fünf iranische Tanker in der strategisch wichtigen Meerenge zerstört haben, der Iran reagierte mit Gegenschlägen auf US-Kriegsschiffe. Der Ölmarkt reagiert prompt: Brent Crude kletterte auf 101,37 US-Dollar und damit erstmals seit Ende Juli wieder in Richtung der 100-Dollar-Marke.

Für US-Präsident Trump kommt die Entwicklung zur Unzeit. Steigende Spritpreise heizen die Inflation im Land zusätzlich an und setzen ihn innenpolitisch unter Druck. Ein Ende der Eskalationsspirale ist derzeit nicht in Sicht – der Konflikt läuft mittlerweile im siebten Monat, und Teheran hat bereits signalisiert, auf weitere US-Angriffe mit voller Härte zu reagieren.

Reserven am Limit verschärfen die Lage

Die strategischen Ölreserven der großen Industrienationen bewegen sich bereits nahe ihrer unteren Grenze. Mit Blick auf Herbst und Winter dürfte eine Wiederbefüllung bald notwendig werden – ein Faktor, der zusätzlichen Preisdruck erzeugen könnte.

Ein Bruch über das Vorgängerhoch von 102,00 US-Dollar würde ein charttechnisches Kaufsignal auslösen und den Weg zu den Marken bei 112,72 und schließlich 119,50 US-Dollar öffnen, dem Verlaufshoch von Anfang März.

Die Gegenrichtung bliebe vorerst die Ausnahme. Erst ein Rückfall unter 95,90 US-Dollar würde auf eine echte Entspannung im Nahen Osten hindeuten und könnte einen Rücksetzer bis 87,30 US-Dollar einleiten. Signale dafür gibt es derzeit keine.

Der Ölpreis strahlt längst auf andere Anlageklassen aus. Am Goldmarkt gelten die anhaltenden Spannungen neben höheren US-Anleiherenditen als einer der Gründe, warum sich der Preis für eine Feinunze zuletzt nur zäh über 4.400 Dollar hielt – trotz kräftiger Zuflüsse in börsengehandelte Goldfonds im August.

Für energieintensive Unternehmen und Verbraucher weltweit bedeutet die Entwicklung zunächst höhere Kosten. Ob sich die Lage in der Straße von Hormus in den kommenden Tagen beruhigt oder weiter zuspitzt, dürfte darüber entscheiden, ob Brent die 102-Dollar-Schwelle nachhaltig überwindet oder an ihr abprallt.

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