Die Krise bei der BRANICKS Group AG hat sich dramatisch verschärft. Nachdem eine wesentliche Vollzugsbedingung des Sanierungskonzepts verfehlt wurde, sieht das Immobilienunternehmen seinen Fortbestand ohne eine Einigung mit wesentlichen Gläubigern als unmittelbar gefährdet an. Am Markt löste die Mitteilung heftige Verkäufe aus: Die Aktie sackte am Freitag um 12 Prozent ab und ging bei 0,3720 Euro aus dem Handel.
Sanierungskonzept verfehlt wesentliche Bedingung
Hintergrund der existenziellen Bedrohung ist das Votum der Aktionäre. Die außerordentliche Hauptversammlung lehnte den Beschluss über Beraterverträge ab. Zudem behielten sich zwei Aufsichtsratskandidaten vor, ihre Wahl in das Kontrollgremium nicht anzunehmen. Damit scheiterte eine zentrale Voraussetzung für die Umsetzung des Sanierungsplans.
Das Management kündigte an, weitere Schritte zu prüfen. Ohne eine tragfähige Übereinkunft mit den Gläubigern steht das Unternehmen nach eigener Warnung vor dem Aus. An der Börse markierte das Papier am Freitag im Zuge des Abverkaufs ein 52-Wochen-Tief von 0,3530 Euro, bevor es sich nur minimal über diesem Stand stabilisieren konnte.
Gläubigerabstimmung über Anleihe steht bevor
Für Branicks verlagert sich der Schwerpunkt der Rettungsbemühungen auf die Fremdkapitalgeber. Zuvor vollzog das Unternehmen die Verlängerung der Laufzeit seiner Unternehmensanleihe über 400 Millionen Euro bis zum 31. Dezember 2026. Unter bestimmten Voraussetzungen ist eine weitere Verlängerung dieser Verbindlichkeit bis zum 31. März 2027 möglich.
Eine langfristige finanzielle Stabilisierung hängt an einer weiteren Hürde. Vom 17. bis zum 19. Oktober 2026 ist eine Abstimmung der Anleihegläubiger ohne Versammlung über eine umfassende Restrukturierung angesetzt. Dieser Vorschlag sieht unter anderem eine Verlängerung der Laufzeit bis in das Jahr 2030 vor.
Hoher Druck auf weiteren Verhandlungen
Die Verhandlungsspielräume für das Immobilienunternehmen verengen sich damit drastisch. Da die gesellschaftsrechtlichen Voraussetzungen des Sanierungskonzepts ins Wanken geraten sind, muss Branicks zügig eine Verständigung mit den wesentlichen Gläubigergruppen erzielen. Sollte dieser Ausgleich in den kommenden Tagen nicht gelingen, droht der Immobiliengruppe die Zahlungsunfähigkeit.
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