Eine Verständigung mit wesentlichen Gläubigern verschafft der BRANICKS Group AG neuen Handlungsspielraum. Wie die Gesellschaft gestern mitteilte, ermöglicht diese Einigung die Fortführung und planmäßige Umsetzung des Sanierungskonzepts. Die Einigung markiert eine entscheidende Wende für das Unternehmen, nachdem der Sanierungsplan infolge eines ablehnenden Aktionärsvotums vor dem Scheitern gestanden hatte.
Kompromiss überwindet Blockade der Hauptversammlung
Die außerordentliche Hauptversammlung hatte vor gut einer Woche den Beschluss zu den Beraterverträgen abgelehnt. Durch dieses Votum der Aktionäre war eine zentrale Vollzugsbedingung für das Sanierungskonzept zunächst nicht mehr erfüllt. Branicks hatte daraufhin erklärt, dass der Fortbestand der gesamten Unternehmensgruppe unmittelbar gefährdet sei, falls keine tragfähige Lösung mit den wesentlichen Gläubigern gefunden werde.
Mit der Einigung räumt das Management dieses Vollzugshindernis aus dem Weg. Die Verständigung mit den Gläubigervertretern stellt sicher, dass die Restrukturierung wie geplant umgesetzt werden kann, obwohl die Hauptversammlung den Beschluss über die Beraterverträge verweigert hatte.
Neuer Zeitplan und Wechsel im Aufsichtsrat
Parallel zur Einigung mit den Gläubigern gibt es personelle Klarheit an der Spitze des Kontrollgremiums. Dr. Matthias Danne und Dr. Johannes Conradi nahmen ihre Wahl in den Aufsichtsrat der Branicks Group AG an. Das Gremium erhält damit die personelle Besetzung, die für die Begleitung des anstehenden Sanierungsprozesses erforderlich ist.
Für die Umsetzung der Restrukturierung hat Branicks ein festes Zeitfenster definiert. Das Unternehmen erwartet den endgültigen Vollzug des Sanierungskonzepts am 31. Dezember 2026. Sollte sich der Prozess verzögern, wird der Vollzug für spätestens den 31. März 2027 avisiert. Bis zu diesem Termin müssen die vereinbarten Schritte des Konzepts abgeschlossen sein.
Abstimmung über die Restrukturierung der Anleihe
Die Einigung mit den wesentlichen Gläubigern fügt sich in die Neuordnung der Verbindlichkeiten ein. Ein wichtiger Schritt ist dabei bereits erfolgt: Die Laufzeitverlängerung für die Anleihe im Volumen von 400 Millionen Euro wurde vollzogen.
Unmittelbar bevor steht der nächste Schritt bei der Refinanzierung. Für den Zeitraum vom 17. bis 19. Oktober ist der Beginn einer Abstimmung ohne Versammlung für die Anleihegläubiger vorgesehen. Gegenstand dieses Votums ist eine umfassende Restrukturierung der Anleihe. Die Entscheidung der Gläubiger bildet einen weiteren Baustein zur dauerhaften Stabilisierung der Kapitalstruktur.
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