Branicks Group Aktie: Gläubiger verlängern Anleihe

Symbolbild, KI-generiert

Branicks Group stärkt die Finanzierung, verlängert eine 400-Millionen-Euro-Anleihe und verschiebt den geprüften Abschluss für 2025 weiter.

Auf einen Blick:
  • Aktie legt um 7,3 Prozent zu
  • 35 Millionen Euro Überbrückungsfinanzierung zugesagt
  • 400-Millionen-Euro-Anleihe erhält längere Laufzeit
  • Geprüfter Jahresabschluss 2025 steht aus

Die Aktie der BRANICKS Group verzeichnete gestern im Handel einen deutlichen Kursanstieg von 7,3 % und schloss bei 0,6480 Euro. Damit kann sich das Papier weiter stabilisieren und notiert nun wieder 18 % über seinem 52-Wochen-Tief, das Ende August markiert worden war.

Marktteilnehmer honorieren damit die Fortschritte bei der operativen und personellen Neuausrichtung, nachdem die rechtlichen Hürden für die umfassende Restrukturierung der Finanzverbindlichkeiten weitgehend genommen wurden.

Managementwechsel und Fokus auf Entschuldung

Im Zuge der Sanierung hat das Unternehmen bereits vor rund einem Monat wesentliche personelle Veränderungen in der Führungsspitze eingeleitet. Josef Schultheis wurde zum Chief Restructuring Officer (CRO) bestellt, um den laufenden Prozess zu koordinieren.

Die amtierende Vorstandsvorsitzende Sonja Wärntges wird ihr Amt spätestens zum 31. Dezember 2026 niederlegen, während der Aufsichtsratsvorsitzende sein Mandat bereits vor rund einem Monat unmittelbar niedergelegt hat.

Ein zentraler Bestandteil der Vereinbarungen mit den Gläubigern ist die Verpflichtung der Gesellschaft, einen Plan zum Verkauf weiterer Vermögenswerte zu erstellen und konsequent umzusetzen. Dieser Schritt ist essenziell, um die Verschuldung der Gruppe nachhaltig zu senken. Parallel dazu wurden dem Unternehmen frische Mittel in Form einer Überbrückungsfinanzierung zugesagt.

Auf Ebene der Branicks Group beläuft sich das Volumen auf 35 Millionen Euro, während für die Tochtergesellschaft VIB weitere 60 Millionen Euro bereitgestellt werden. Durch die Kapitalisierung von Backstop-Gebühren erhöhen sich diese Nominalbeträge auf 36,1 Millionen Euro beziehungsweise 61,9 Millionen Euro.

Neuordnung der Kapitalstruktur bis 2038

Die finanzielle Basis des Konzerns wird durch eine weitreichende Umgestaltung der Verbindlichkeiten neu geordnet. Vor gut drei Wochen stimmten die Anleihegläubiger der mit 400 Millionen Euro dotierten grünen Anleihe 2021/2026 mit qualifizierter Mehrheit einer Laufzeitverlängerung zu.

Das Papier, das ursprünglich am 22. September 2026 fällig gewesen wäre, läuft nun zunächst bis zum 31. Dezember 2026, wobei eine Option zur weiteren Verlängerung bis Ende März 2027 besteht. Als gemeinsamer Anleihevertreter wurde die MR Treuhand GmbH gewählt.

Medienberichten zufolge ist dieser Vertreter zudem ermächtigt, bis zum endgültigen Vollzug der Restrukturierung auf Kündigungsrechte zu verzichten. Die künftige Kapitalstruktur sieht vor, dass Senior Secured Principal Instruments mit einer Verzinsung von 7,5 % p.a. im September 2030 fällig werden.

Nachrangige Instrumente (Subordinated Principal Instruments) tragen indes einen Zinssatz von 15 % p.a. und weisen eine Laufzeit bis September 2038 auf, wobei für diese Papiere eine Option zur Zinskapitalisierung (PIK-Option) vereinbart wurde.

Bereits vor rund einem Monat waren zudem die Lock-Up-Vereinbarungen mit den Gläubigern der Anleihe sowie Inhabern von Schuldscheindarlehen und Namensschuldverschreibungen im Gesamtwert von 179,5 Millionen Euro wirksam geworden. Diese Vereinbarungen bilden das Fundament für die langfristige Refinanzierung bis in das nächste Jahrzehnt.

Trotz dieser operativen Fortschritte steht die Veröffentlichung des geprüften Jahres- und Konzernabschlusses für 2025 noch aus. Wie das Unternehmen bereits im Juni mitteilte, verzögert sich die Testierung, da die Abschlussprüfer aufgrund der komplexen Verhandlungen über die Finanzverbindlichkeiten zusätzliche Prüfungshandlungen vornehmen mussten.

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