Die Papiere von BRANICKS Group gerieten am Freitag unter massiven Verkaufsdruck und gaben um 12 Prozent auf 0,3720 Euro nach. Auslöser der Abgaben war die Zuspitzung der Restrukturierungslage: Auf der außerordentlichen Hauptversammlung verfehlte das Sanierungskonzept eine wesentliche Vollzugsbedingung, nachdem die Aktionäre den Beschlussvorschlag zu Beraterverträgen abgelehnt hatten.
Das Unternehmen erklärte daraufhin, dass ohne eine Einigung mit den wesentlichen Gläubigern der Fortbestand der Gesellschaft unmittelbar gefährdet sei.
Der Kurs markierte am Freitag bei 0,3530 Euro ein neues 52-Wochen-Tief. Die Marktreaktion spiegelt die gewachsene Verunsicherung der Investoren wider, da die zeitliche Frist für eine tragfähige Gesamtlösung nun drängt.
Rückschlag bei den Hauptversammlungsbeschlüssen
Auf der außerordentlichen Hauptversammlung waren 55,19 Prozent des stimmberechtigten Grundkapitals vertreten. Die Anteilseigner billigten zwar drei von vier Verwaltungsvorschlägen, darunter die sogenannte LuxCo-Struktur sowie die Verkleinerung des Aufsichtsrats auf drei Mitglieder. Auch die Wahl zweier neuer Aufsichtsratskandidaten fand grundsätzlich eine Mehrheit.
Allerdings behielten sich die beiden gewählten Kandidaten vor, ihre Wahl nicht anzunehmen. In Kombination mit der Ablehnung des vierten Tagesordnungspunkts zu den Beraterverträgen geriet der gesamte Sanierungsfahrplan ins Wanken. Das Management steht damit vor der Aufgabe, kurzfristig tragfähige Kompromisse mit den zentralen Finanzpartnern auszuhandeln, um den laufenden Betrieb und die Restrukturierung zu sichern.
Kapitalerhöhung und Gläubigerabstimmung
Trotz der akuten Belastungen gab es im Vorfeld operative Schritte zur Fristverlängerung. Am Mittwoch vollzog Branicks Group die formale Verlängerung der Laufzeit für die Unternehmensanleihe über 400.000.000 Euro bis zum 31. Dezember 2026. Unter bestimmten Voraussetzungen besteht zudem die Möglichkeit einer weiteren Fristverlängerung bis zum 31. März 2027.
Parallel dazu veränderte sich die Kapitalbasis des Konzerns. Durch eine bedingte Kapitalerhöhung erhöhte sich die Gesamtzahl der Stimmrechte auf 83.593.723, wie das Unternehmen am Donnerstag im Rahmen einer Stimmrechtsmitteilung bekannt gab.
Die kommenden Tage bringen nun eine richtungsweisende Weichenstellung. Vom 17. bis zum 19. Oktober steht eine weitere Abstimmung der Anleihegläubiger über die umfassende Restrukturierung der 400-Millionen-Euro-Anleihe an.
Bei diesem Verfahren ohne Versammlung soll unter anderem über eine langfristige Verlängerung der Laufzeit bis zum Jahr 2030 entschieden werden. Für Branicks Group entscheidet sich in dieser Abstimmungsrunde, ob der Konzern die notwendige finanzielle Atempause erhält.
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