Für das Immobilienunternehmen BRANICKS Group rückt ein zentrales Datum der Unternehmenssanierung näher. Am Dienstag nächster Woche, dem 22. September, wäre ursprünglich die Rückzahlung einer Unternehmensanleihe im Volumen von 400 Millionen Euro fällig gewesen.
Zwar konnte die Gesellschaft vor rund vier Wochen eine Atempause gewinnen, als die Gläubiger in einer Abstimmung ohne Versammlung weitreichenden Änderungen der Anleihebedingungen zustimmten, doch die operative Umsetzung der Restrukturierung steht nun unter erhöhtem Zeitdruck.
Umfassende Restrukturierung der Finanzverbindlichkeiten
Die Gläubiger der 400-Millionen-Euro-Anleihe hatten Mitte August mit der erforderlichen qualifizierten Mehrheit für eine Stundung gestimmt. Damit verzichten sie vorerst auf ihr Kündigungsrecht und fordern die Rückzahlung nicht zum ursprünglichen Termin ein.
Die Fälligkeit wurde zunächst bis zum 31. Dezember 2026 verlängert, wobei unter bestimmten Bedingungen eine Option auf eine weitere Ausdehnung bis zum 31. März 2027 besteht. Als gemeinsamer Vertreter der Anleihegläubiger wurde die MR Treuhand GmbH bestellt, um die Interessen der Investoren im weiteren Prozess zu bündeln.
Parallel dazu wurden bereits vor rund sechs Wochen sogenannte Lock-Up-Vereinbarungen mit wesentlichen Gläubigergruppen wirksam. Diese betreffen neben der großen Anleihe auch Schuldscheindarlehen und Namensschuldverschreibungen im Gesamtwert von 179,5 Millionen Euro, deren Fälligkeiten sich über den Zeitraum von 2026 bis 2031 erstrecken.
Medienberichten zufolge unterstützen sämtliche Schuldscheingläubiger und mehr als die Hälfte der Anleihegläubiger diesen Kurs. Das Ziel ist eine nachhaltige Kapitalstruktur, die durch neue Finanzinstrumente mit unterschiedlichen Rängen und Zinssätzen gesichert werden soll.
Personeller Neuanfang und frisches Kapital
Der Umbau der Bilanz geht mit einem radikalen personellen Schnitt in der Führungsebene einher. Josef Schultheis wurde bereits Ende Juli zum Chief Restructuring Officer (CRO) ernannt und übernimmt die primäre Verantwortung für den Sanierungsprozess.
Gleichzeitig kündigte das Unternehmen an, dass die Vorstandsvorsitzende Sonja Wärntges ihr Amt spätestens zum Jahresende niederlegen wird. Auch im Aufsichtsrat kam es zu sofortigen Veränderungen, unter anderem durch den Rücktritt des bisherigen Vorsitzenden.
Um die laufenden Kosten und die Sanierung zu finanzieren, wurde ein Paket über insgesamt 95 Millionen Euro an neuem Kapital gesichert. Davon entfallen 35 Millionen Euro direkt auf die Branicks-Ebene, während 60 Millionen Euro der Tochtergesellschaft VIB Vermögen AG zufließen.
Letztere nutzt einen Teil dieser Mittel, um im September und im kommenden März fällige Schuldscheindarlehen in Höhe von 58 Millionen Euro zu bedienen. Im Gegenzug für die Unterstützung der Gläubiger hat sich Branicks dazu verpflichtet, einen detaillierten Plan für weitere Immobilienverkäufe zu erstellen, um die Verschuldung konsequent zurückzuführen.
Aktienmarkt reagiert mit extremer Zurückhaltung
Die neuen Finanzinstrumente, die im Zuge der Restrukturierung ausgegeben werden, spiegeln das Risiko der Sanierung wider. Während vorrangig besicherte Papiere mit einer Verzinsung von 7,5 Prozent pro Jahr und einer Laufzeit bis September 2030 ausgestattet sind, weisen nachrangige Instrumente einen Zinssatz von 15 Prozent bei einer Fälligkeit im Jahr 2038 auf. Diese hohen Zinskosten belasten die künftigen Ertragsaussichten und spiegeln sich in der Bewertung der Anteilsscheine wider.
An der Börse wird die Lage des Konzerns weiterhin als kritisch eingestuft. Die Aktie der Branicks Group notiert aktuell bei 0,5620 Euro und liegt damit nur 2,2 % über ihrem 52-Wochen-Tief. Seit Jahresanfang hat das Papier massiv an Wert verloren und verzeichnet ein Minus von 67 %.
Trotz der leichten Stabilisierung am heutigen Montag bleibt das Vertrauen der Anleger angesichts der bevorstehenden Umsetzungsschritte im Restrukturierungskonzept gering. Der Relative-Stärke-Index (RSI) bewegt sich mit einem Wert von rund 30 an der Schwelle zum überverkauften Bereich, was den anhaltend starken Abgabedruck der vergangenen Wochen unterstreicht.
BRANICKS-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue BRANICKS-Analyse vom 14. September liefert die Antwort:
Die neusten BRANICKS-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für BRANICKS-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 14. September erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
