Die Frist läuft: Bis zum 4. September können professionelle und qualifizierte Investoren Angebote für die sogenannten BRANICKS Bridge Notes und VIB Bridge Notes einreichen, die Annahmefrist endet am 8. September. Damit tritt die Restrukturierung der Branicks Group in eine neue, konkrete Phase.
Zwei Bridge-Notes-Linien mit klaren Volumina
Die Transaktion ist Teil des umfassenderen Restrukturierungspakets, das Branicks gemeinsam mit der VIB Vermögen AG umsetzt. Für die Branicks Bridge Notes ist ein Nennbetrag von 36,1 Millionen Euro vorgesehen, für die VIB Bridge Notes 61,9 Millionen Euro. Beide Instrumente werden am 31. Dezember 2026 fällig – exakt jenes Datum, auf das zuvor bereits die große 400-Millionen-Euro-Anleihe verlängert worden war.
Für Anleger ist die zeitliche Abstimmung der Fristen kein Zufall: Das Unternehmen versucht, sämtliche Fälligkeiten der Restrukturierung auf einen gemeinsamen Zeitpunkt zum Jahresende zu bündeln. Damit soll verhindert werden, dass einzelne Gläubigergruppen früher als andere Druck aufbauen können.
Rahmen der Restrukturierung bleibt bestehen
Vor rund einem Monat hatten Branicks und Gläubigergruppen des Green Bonds sowie von Schuldscheindarlehen und Namensschuldverschreibungen Vereinbarungen erzielt, wonach die Gläubiger neue Instrumente im Gesamtwert von 594,5 Millionen Euro erhalten sollen. Diese neuen Papiere sind mit Laufzeiten bis 2030 beziehungsweise 2038 sowie mit jährlichen Verzinsungen von 7,5 beziehungsweise 15 Prozent ausgestattet – ein Zinsniveau, das die Risikoeinschätzung der Gläubiger gegenüber dem Unternehmen deutlich widerspiegelt.
Vor rund zwei Wochen hatten die Inhaber der 400-Millionen-Euro-Anleihe der eigentlichen Fälligkeitsverlängerung bis Ende 2026 mit Option auf März 2027 zugestimmt. Laut Reuters nahmen die Anleihegläubiger sämtliche Beschlüsse mit mindestens 75 Prozent Mehrheit an.
Zugleich wurde die MR Treuhand GmbH als gemeinsamer Vertreter aller Anleihegläubiger bestellt; sie kann unter anderem auf bestimmte Kündigungsrechte verzichten und eine Rückzahlung zum 22. September 2026 vorerst nicht einfordern. Diese Zustimmung wurde in der Berichterstattung auch als Entlastung für die Finanzierungslage des Unternehmens gewertet.
Markt bleibt skeptisch
Die Aktie honoriert den fortschreitenden Restrukturierungsprozess bislang nicht. Der Kurs fiel am heutigen Dienstag um 6,1 Prozent und notiert nur noch rund 18 Prozent über dem 52-Wochen-Tief von 0,55 Euro, das erst kürzlich markiert wurde. Der Titel hat sich seit Jahresbeginn um 62 Prozent verbilligt.
Als nächster Schritt steht laut Unternehmensangaben eine zweite Abstimmung ohne Versammlung zur umfassenden Restrukturierung der Anleihe an. Bis dahin dürfte der Blick der Anleger vor allem auf den Ausgang des Bridge-Notes-Angebots gerichtet sein, dessen Annahmefrist am 8. September endet.
Ob genügend Investoren die neuen Instrumente zeichnen, wird zeigen, wie belastbar das Vertrauen der Gläubiger in den eingeschlagenen Sanierungskurs tatsächlich ist.
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