Bper Banca setzt langfristig auf das Geschäft mit Versicherungsprodukten. Das italienische Finanzinstitut hat am Mittwoch die Verlängerung seiner Bancassurance-Verträge mit der Unipol-Gruppe bekannt gegeben. Die Vereinbarung hat eine Laufzeit von zehn Jahren und läuft bis zum 31. Dezember 2036.
Zehnjahresvertrag sichert Allfinanz-Vertrieb
Die verlängerte Kooperation sichert der Bankengruppe weiterhin den Vertrieb von Lebens-, Nicht-Lebens- und Krankenversicherungspolicen über das eigene Filialnetz. Zum Produktangebot gehören Policen von Arca Vita, Arca Assicurazioni und UniSalute. Das Institut stärkt damit seine Einnahmen aus Provisionen über das traditionelle Kreditgeschäft hinaus.
Genau diese strategische Ausrichtung fand jüngst auch bei Bonitätsprüfern Anerkennung. Am 29. September hob die Ratingagentur S&P Global den Ausblick für Bper von Stabil auf Positiv an. Zur Begründung verwiesen die Experten auf die erwartete weitere Verbesserung der operativen Effizienz sowie auf die zunehmende Diversifizierung der Erträge.
Offenheit für italienische Bankenfusionen
Parallel zur strategischen Weichenstellung im Allfinanzgeschäft positioniert sich das Institut für anstehende Veränderungen im heimischen Bankenmarkt. Am Dienstag äußerte sich CEO Gianni Franco Papa zur Übernahmeofferte von Intesa Sanpaolo für Monte dei Paschi di Siena.
Derzeit nehme sein Haus zwar die Rolle eines Zuschauers ein. Sollte die Transaktion jedoch gelingen, rechne er damit, dass Bper eine aktive Rolle in der italienischen Bankenkonsolidierung spielen werde. Der Aufbau eines schlagkräftigeren Instituts zähle dabei mehr als der künftige Name.
Zusätzliche Stabilität verspricht das laufende Kapitalmanagement. Im Rahmen seines am 2. September gestarteten Rückkaufprogramms erwarb das Institut bis zum 1. Oktober insgesamt 10.776.122 eigene Aktien. Dies entspricht rund 0,51 Prozent des Grundkapitals. Zudem hält der Vermögensverwalter BlackRock eine nennenswerte Beteiligung an dem Geldhaus.
Branchenschwäche belastet den Börsenkurs
Trotz der langfristigen Vertriebsvereinbarung geriet der Kurs im gestrigen Handel ins Minus. Das Papier gab um 1,8 Prozent auf 13,32 Euro nach.
Medienberichten zufolge belasteten allgemeine Unsicherheiten rund um Übernahmeszenarien im italienischen Bankensektor sowie Widerstände gegen Abwehrpläne bei Konkurrenten das Börsenklima in Mailand. Auf Jahressicht bleibt das Bild jedoch freundlich: Seit Jahresanfang verzeichnet die Aktie ein Plus von 15 Prozent.
Zudem weitete das Institut am Donnerstag seine geschäftlichen Aktivitäten aus und schloss eine Kooperation mit der italienischen Agrarbehörde AGEA zur Unterstützung von Agrar- und Viehwirtschaftsbetrieben.
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