Wer BP in den letzten Jahren im Depot hatte, kennt das Gefühl. Die Aktie hat ihre Peer Group um mehr als 50 Prozent underperformt, seit 2018. Das ist keine Delle, das ist ein strukturelles Problem. Nun übernimmt mit Meg O’Neill eine neue CEO, und UBS-Analyst Joshua Stone nutzt den Moment, um die Aktie von Neutral auf Buy hochzustufen. Ein „kritischer Wendepunkt für das Unternehmen“, schreibt Stone. Ob das stimmt, wird O’Neill erst beweisen müssen.
Die Zahlen, die wehtun
Stone hat sich die Bücher angeschaut, und was er gefunden hat, ist wenig schmeichelhaft für BP. Die Betriebskosten sind seit 2019 um rund 10 Milliarden Dollar gestiegen. BP hat die höchste Kostenintensität unter den großen Ölkonzernen. Und der Verschuldungsgrad liegt bei 47 Prozent, ebenfalls der höchste in der Branche. Das sind keine Kleinigkeiten, die sich mit einer neuen Präsentation auf dem Kapitalmarkttag wegdiskutieren lassen.
Stone sieht dennoch Potenzial. Seine Analyse identifiziert Einsparungen von 3 bis 6 Milliarden Dollar gegenüber dem aktuellen Kostenniveau. Am Mittelpunkt dieser Spanne entspräche das einem Anstieg des Vorsteuerergebnisses von 20 Prozent. Das klingt gut. Die Frage ist, ob O’Neill das auch liefert.
BP PLC Aktie Chart
Capex, Hebel und ein Strategieupdate
Beim Thema Verschuldung ist Stone vorsichtig optimistisch. Er sieht den Leverage Ratio bis 2028 auf 27 Prozent fallen, im Basisszenario, bei höheren Ölpreisen schneller. Die Investitionsausgaben sollen demnach bis 2027 bei 13 bis 14 Milliarden Dollar gehalten werden, bevor sie ab 2028 auf rund 15 Milliarden steigen, um neue Projekte zu finanzieren. Noch in diesem Jahr erwartet Stone ein Strategieupdate der neuen Führung. Das wird der eigentliche Test sein. Nicht für Stone, sondern für O’Neill.
UBS kauft die Geschichte schon mal. Der Markt am Mittwoch noch nicht, die Aktie zeigte sich kaum verändert. Die meisten Investoren haben also noch Zweifel.
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