BP-Aktie: Die stille Kehrtwende!

BP-Chefin Meg O'Neill revidiert die Strategie ihres Vorgängers und teilt den Konzern wieder in die klassischen Bereiche Upstream und Downstream auf, während das Handelsgeschäft separat bleibt.

Auf einen Blick:
  • Neue CEO Meg O'Neill kündigt Vereinfachung auf zwei Geschäftsbereiche an
  • Rückkehr zur klassischen Upstream-Downstream-Struktur wie vor 2020
  • Trading-Arm bleibt außerhalb der neuen Struktur und berichtet weiter an Carol Howle
  • Elliott Management mit rund 5% Anteil hatte genau das gefordert

Was Bernard Looney 2020 mit viel Aufhebens als Aufbruch in eine grüne Zukunft verkauft hat, stellt seine Nachfolgerin jetzt still und leise wieder ab. Meg O’Neill, die neue Chefin von BP, hat dem Personal in ihrer ersten unternehmensweiten Ansprache mitgeteilt, dass der Konzern künftig wieder in zwei klassische Geschäftsbereiche aufgeteilt wird: Upstream und Downstream. So wie früher. Vor der großen Transformation.

Derzeit hat BP fünf Einheiten: Produktion und Betrieb, Gas und kohlenstoffarme Energie, Kunden und Produkte, Technologie sowie Handel, Transport und Schifffahrt. Das war offenbar zu viel des Guten.

Elliott hat bekommen, was es wollte

Dass O’Neill diesen Schritt geht, überrascht nun wirklich niemanden. Elliott Management, der aktivistische Investor mit gut fünf Prozent an BP, hatte genau das gefordert: eine Einheit für Upstream, eine für Downstream. Mehr nicht. Elliott ist bekannt dafür, nicht lange zu warten, bis seine Vorstellungen umgesetzt werden. Diesmal ging es schnell.

Wer die beiden neuen Einheiten leiten wird, hat O’Neill laut Financial Times noch nicht kommuniziert. Das ist eine auffällige Lücke für eine Ankündigung dieser Größenordnung.

Der Trading-Arm bleibt außen vor

Interessant ist, was nicht in die neue Struktur wandert: das Handelsgeschäft. Das bleibt außerhalb der zwei Einheiten und berichtet weiter direkt an Stellvertreterin Carol Howle. Im ersten Quartal hatte der Trading-Arm eine nach Unternehmensangaben „außergewöhnliche“ Performance abgeliefert. Den will man offensichtlich nicht in eine Konzernstruktur einbetten, die Kompromisse erzwingt.

Looney hatte BP einst als Energieunternehmen der Zukunft positioniert, mit ambitionierten Zielen beim Ausbau erneuerbarer Energien. Das Ergebnis war ein Konzern, der weder als klassisches Ölunternehmen noch als glaubwürdiger grüner Akteur wahrgenommen wurde. O’Neill zieht jetzt die Konsequenz daraus. Ob die Anleger das honorieren, wird sich zeigen, sobald klar ist, wer die zwei Einheiten führt und was das operativ bedeutet. Bis dahin ist es eine Ankündigung. Eine gut vorbereitete, aber eben noch keine Umsetzung.

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