Der britische Energiekonzern BP richtet nach seinem Zwischenbericht für das dritte Quartal den Blick nach vorn. Neben der Vorlage der vollständigen Quartalsergebnisse am 30. Oktober steht vor allem der Kapitalmarkttag zum Jahresende im Fokus: Medienberichten zufolge kündigte das Management an, am 15. Dezember in New York ein Strategie- und Ausblick-Update zu präsentieren. Dabei soll die nächste Phase der Unternehmensausrichtung vorgestellt werden, während der Konzern zugleich erhebliche Wertberichtigungen in seinen Transformationsbereichen verarbeiten muss.
Belastungen im Energie-Wandel und starke Margen
Die Zwischenbilanz für das dritte Quartal verdeutlicht das Spannungsfeld, in dem sich der Konzern derzeit bewegt. BP rechnet mit Wertberichtigungen nach Steuern in Höhe von 3,0 bis 4,5 Milliarden $. Diese Abschreibungen belasten vor allem die Transformationsaktivitäten im Bereich Gas & Low Carbon Energy. Parallel dazu dämpften schwächere Ergebnisse im Kundengeschäft das operative Bild.
Demgegenüber profitierte das traditionelle Verarbeitungsgeschäft von einem vorteilhaften Marktumfeld: Die indikative Raffineriemarge kletterte von 29,60 $ je Barrel im zweiten Quartal auf 46,70 $ je Barrel.
Gegenüber dem Vorquartal soll der Raffineriebereich einen positiven Ergebnisbeitrag von 1,9 bis 2,1 Milliarden $ liefern. Durch diese Mittelzuflüsse gelang es dem Konzern im selben Zeitraum, die Nettoverschuldung deutlich von 22,3 Milliarden $ im Vorquartal auf eine Spanne von 13,5 bis 14,5 Milliarden $ zurückzuführen.
Berenberg setzt auf Stärke im Gashandel
Analysehäuser bewerten die fundamentale Lage ungeachtet der anstehenden Sonderabschreibungen konstruktiv. Am 9. Oktober hob Berenberg das Kursziel für BP von 6,05 £ auf 6,50 £ an und bestätigte die Kaufempfehlung.
Die Experten begründeten diesen Schritt mit der erwarteten Stärke im Gashandel während des dritten Quartals. Für das Gesamtquartal prognostiziert das Haus einen bereinigten Gewinn auf Basis der Wiederbeschaffungskosten (underlying replacement cost profit) von 5,52 Milliarden $ für die Aktionäre.
An den Finanzmärkten konsolidierten die Papiere zuletzt nach einer kräftigen Aufwärtsbewegung. Im gestrigen Handel gab der Kurs um 1,6 Prozent nach und schloss bei 7,17 €, nachdem die Notierung am Vortag noch ein neues 52-Wochen-Hoch von 7,31 € erreicht hatte. Mit den anstehenden Quartalszahlen Ende Oktober und den detaillierten strategischen Vorgaben Mitte Dezember stehen die nächsten Wegmarken für die Bewertung der neuen Phase bereits fest.
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