Wer gedacht hat, Meg O’Neill würde als neue BP-Chefin ein paar ruhige Wochen zur Einarbeitung bekommen, der hat sich gründlich geirrt. Kaum hat sie den Chefsessel übernommen, häufen sich vor der Hauptversammlung am 23. April die Probleme. Gleich zwei einflussreiche Stimmrechtsberater, ISS und Glass Lewis, empfehlen den Aktionären, gegen zentrale Vorhaben des BP-Vorstands zu stimmen.
Konkret geht es darum, dass das BP-Board zwei ältere Klimaberichtspflichten aus den Jahren 2015 und 2019 begraben will. Das Argument des Vorstands: Neuere, standardisierte Rahmenwerke seien klarer und einfacher zu vergleichen. ISS ließ das nicht gelten. Das Vorhaben sei „beispiellos im britischen Kontext“, so der Berater, und die Begründung des Boards kein hinreichend überzeugender Grund, diese Offenlegungen aufzugeben.
Manifold persönlich unter Feuer
Glass Lewis geht noch einen Schritt weiter. Der Berater empfiehlt den Aktionaeren, gegen die Wiederwahl von Aufsichtsratschef Albert Manifold zu stimmen. Grund: BP hatte einen Antrag der Klimaaktivistengruppe Follow This schlicht von der Tagesordnung ausgeschlossen. Dieser Antrag hätte das Unternehmen verpflichtet offenzulegen, wie seine Strategie unter Szenarien sinkender Öl- und Gasnachfrage abschneidet. Die Blockade sei nicht nötig gewesen, so Glass Lewis, und werfe Fragen zu Transparenz und Kommunikation mit den Aktionären auf.
Demnach sieht auch Legal and General, eine der großen britischen Investmentgesellschaften, den Schritt als „Reduktion von Transparenz“, die es Aktionären schwerer mache zu verstehen, wie BP mit den Risiken der Energiewende umgeht.
BP p.l.c. Aktie Chart
Follow This im Hintergrund, Druck im Vordergrund
Dabei repräsentiert die Gruppe Follow This, die den Konflikt mit angestoßen hat, weniger als 0,3 Prozent der BP-Aktionäre. Trotzdem hat sie es geschafft, ISS, Glass Lewis und Legal and General auf ihre Seite zu ziehen. Das ist eben die Macht gut platzierter Kritik.
Carol Howle, die vor O’Neill interimistisch die Führung innehatte, bleibt als stellvertretende CEO an Bord und soll die laufende Portfolio-Überprüfung und Strategieentwicklung begleiten. Eine Beruhigung für die Aktionäre ist das wohl kaum. Die eigentliche Frage ist, ob Meg O’Neill am 23. April die Abstimmungen übersteht, ohne dass Manifolds Stuhl noch wackeliger wird. Zwei Wochen im Amt, und schon der erste echte Test.
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