BP Trinidad and Tobago hat gestern für das Gasprojekt Juniper eine Rekordförderung von 700 Millionen Standardkubikfuß pro Tag gemeldet. Für BP verbindet sich damit eine konkrete Ausbauperspektive: Zusätzliche Bohrungen sollen weiteres Gas erschließen. Die Meldung setzt einen operativen Akzent, während auch die langjährige Ölproduktion im Kaspischen Meer die Bedeutung bestehender Förderanlagen unterstreicht.
Juniper nahm 2017 die Produktion auf. Die anfänglich geschätzte Kapazität lag bei 590 Millionen Standardkubikfuß täglich. Die jetzt gemeldete Rekordmenge liegt darüber, ist allerdings kein Beleg dafür, dass dieses Niveau dauerhaft gehalten werden kann.
Für Anleger sind deshalb neben dem erreichten Förderstand vor allem die nächsten Ausbauschritte relevant. Sie zeigen, welches zusätzliche Produktionspotenzial BP bei Juniper erschließen will.
Weitere Bohrungen sollen Gas liefern
BP plant bei Juniper drei sogenannte Sidetracks, also seitlich abzweigende Bohrungen. Das Programm soll rund 19 Millionen Barrel Öläquivalent liefern. Erstes Gas daraus wird 2027 erwartet.
Damit geht es nicht allein um einen einzelnen Förderrekord. Die geplanten Arbeiten sollen zusätzliche Mengen aus dem Projekt erschließen. Entscheidend ist dabei die Unterscheidung zwischen dem bereits gemeldeten Tagesrekord und dem noch erwarteten Beitrag der neuen Bohrungen.
BP Trinidad and Tobago lieferte im ersten Halbjahr 2026 durchschnittlich rund 942 Millionen Standardkubikfuß Gas täglich. Das entsprach etwa 40 Prozent der nationalen Gasproduktion.
Juniper ist damit in ein für Trinidad und Tobago bedeutendes Fördergeschäft eingebettet. Der Ausbau betrifft nicht nur BPs eigene Produktionsbasis, sondern ist auch für die Gasversorgung des Landes relevant. Zusätzlich sind beim Unterwasserprojekt Ginger Bohrungen vorgesehen.
East Azeri zeigt langfristige Förderbasis
Auch im Kaspischen Meer steht eine bestehende Anlage im Mittelpunkt. BP und seine Partner markierten am 21. Oktober das zwanzigjährige Förderjubiläum der East-Azeri-Plattform. Seit ihrem Start hat sie mehr als 645 Millionen Barrel Öl produziert.
Die Plattform gehört zum ACG-Feld. Ihre lange Betriebsdauer und die weiterhin laufenden Bohrungen verdeutlichen, dass etablierte Anlagen auch nach vielen Betriebsjahren einen Beitrag zur Förderung leisten.
Ende September 2026 lag die durchschnittliche Produktion von East Azeri bei 46.000 Barrel täglich. Nach Angaben von BP erreichte die Bohrung D18Z den bislang größten Reservoirkontakt eines ACG-Bohrlochs.
Die beiden Projekte setzen unterschiedliche Schwerpunkte: Juniper liefert einen Förderrekord mit konkreter Erweiterungsperspektive, East Azeri steht für die langfristige Nutzung bestehender Ressourcen. Für die weitere Einordnung zählt bei Juniper nun die Umsetzung des angekündigten Bohrprogramms – nicht allein der erreichte Spitzenwert.
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