Der britische Energiekonzern BP verstärkt sein Engagement in Südamerika und sichert sich den Zugang zu bedeutenden Gasvorkommen in Venezuela. Wie das Unternehmen und Regierungsvertreter mitteilten, hat BP gemeinsam mit den Partnern XRG und UCC Holding eine Lizenz zur Exploration und Erschließung der zweiten Phase des Offshore-Gasfeldes Loran erhalten.
Diese Entwicklung markiert einen Wendepunkt für den Konzern in der Region, da BP fortan als Betreiber der Gasentwicklung in diesem Gebiet fungieren wird.
Offshore-Gas und strategische Neuausrichtung
Die Vereinbarung über das Loran-Feld ist Teil einer breiter angelegten Strategie, die Ressourcen vor der venezolanischen Küste effizienter zu nutzen. Laut Reuters unterzeichnete Venezuela den Pakt für das Offshore-Projekt bereits am 13. August.
Die Erschließung der Phase 2 gilt als zentraler Baustein, um die Erdgasförderung in den Gewässern des Landes signifikant zu steigern. Für BP bedeutet dieser Schritt einen Ausbau der operativen Präsenz in einem Markt, der aufgrund politischer Spannungen lange Zeit als schwierig galt.
Parallel zum Gasgeschäft weitet das Unternehmen seine Aktivitäten auf den Ölsektor aus. Wie Bloomberg berichtet, gehört BP zu den ersten ausländischen Konzernen, die den Handel mit venezolanischem Öl wieder aufgenommen haben, nachdem die USA Sanktionserleichterungen infolge des Machtwechsels bei der Präsidentschaft eingeleitet hatten.
Am vergangenen Mittwoch begann das Unternehmen damit, venezolanisches Rohöl zu verladen. Zudem wurden Lieferungen von schwerem Heizöl aus Venezuela in die Vereinigten Staaten wieder aufgenommen.
Starke Quartalszahlen stützen Expansionskurs
Finanziell steht der Konzern auf einem soliden Fundament, um diese Projekte voranzutreiben. Am 4. August meldete BP für das zweite Quartal 2026 einen bereinigten Gewinn auf Basis der Wiederbeschaffungskosten in Höhe von 5,73 Milliarden US-Dollar. Dies entspricht einer deutlichen Steigerung gegenüber dem Vorquartal, in dem 3,2 Milliarden US-Dollar erzielt wurden.
Der operative Cashflow belief sich im gleichen Zeitraum auf 10,9 Milliarden US-Dollar. Höhere Margen im Handel und im Raffineriegeschäft konnten dabei eine geringere Produktion im Upstream-Sektor mehr als ausgleichen.
An der Börse wird die Entwicklung derzeit moderat bewertet. Die Aktie notiert aktuell bei 6,37 Euro. Damit liegt das Papier rund 9,3 % unter seinem 52-Wochen-Hoch von 7,01 Euro, das Ende März erreicht wurde. Seit Jahresbeginn konnte der Wert jedoch bereits um 30 % zulegen. Die nächsten detaillierten Einblicke in die Geschäftsentwicklung werden für den 3. November erwartet, wenn BP den Bericht für das dritte Quartal 2026 vorlegt.
Globale Wartungsarbeiten und Portfolio-Optimierung
Neben den Aktivitäten in Südamerika setzt BP auch in anderen Weltregionen auf Optimierung. Am vergangenen Mittwoch startete eine elf Tage dauernde Wartungsphase an der Central-Azeri-Plattform in Aserbaidschan.
Solche geplanten Stillstände sind Teil der regulären Instandhaltung, um die langfristige Förderstabilität zu sichern. Zudem sicherte sich der Dienstleister Emerson Electric jüngst einen Vertrag für die Offshore-Kompressionsplattform von BP im Projekt Shah Deniz.
Gleichzeitig passt BP seine Beteiligungsverhältnisse in der Karibik an. Am 10. August stimmte das Unternehmen dem Verkauf eines Anteils von 20 % am trinidadischen Teil des Gasfeldes Cocuina-Manakin zu. Käufer ist die staatliche National Gas Company von Trinidad.
Dieser Schritt verdeutlicht das Bestreben, das Portfolio durch gezielte Verkäufe von Minderheitsbeteiligungen zu straffen, während gleichzeitig operative Führungspositionen in neuen Großprojekten wie in Venezuela übernommen werden.
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