Der Medizintechnikkonzern Boston Scientific spürt einen deutlichen Dämpfer. Die Aktie fiel auf den tiefsten Stand seit zwei Jahren. Auslöser: schwächelnde Nachfrage nach dem wichtigen Herzimplantat Watchman.
Was dem Watchman-Gerät zusetzt
CEO Mike Mahoney räumte auf der jüngsten Bernstein-Konferenz ein, dass die Zahl der sogenannten „Standalone“-Watchman-Eingriffe zurückgeht. Kliniken verlegen sich zunehmend auf kombinierte Verfahren – der Eingriff läuft dann nicht mehr separat, sondern zusammen mit anderen Behandlungen. Seit Februar ist dieser Trend spürbar.
Die Folge: Das Management erwartet für das zweite und dritte Quartal ein Umsatzwachstum von null Prozent beim Watchman. Dabei hält Boston Scientific mit rund 91 Prozent weiter einen dominanten Marktanteil. Das schwächere Volumen zwang den Konzern dennoch zu einer internen Prognosekorrektur.
Wachstumsprognose gesenkt, aber nicht zusammengebrochen
Boston Scientific bestätigte die angepasste Jahresprognose: Das organische Umsatzwachstum soll zwischen 6,5 und 8 Prozent liegen. Gleichzeitig verwies das Management auf Wettbewerbsdruck im Geschäft mit elektrophysiologischen Kathetern. Auch die Urologiesparte leidet unter vorübergehenden Störungen – das Unternehmen stockt dort das Außendienstpersonal auf.
An der Investitionslinie hält der Konzern fest. Die Forschungsausgaben liegen weiter bei über 9 Prozent des Umsatzes.
Wall Street reagiert mit gemischten Signalen
Die Nachricht löste eine Welle von Analystenanpassungen aus. Mehrere Banken senkten ihre Kursziele.
Wells Fargo stufte die Aktie auf „Equal-Weight“ herab und verwies auf die nachlassende Dynamik in den Watchman- und Elektrophysiologie-Segmenten. Zusammen machen diese Bereiche einen erheblichen Teil der Gesamterlöse aus. Bank of America, Citigroup und Stifel senkten ebenfalls die Kursziele, beließen es aber bei Kaufempfehlungen.
Die Anleger schauen nun auf die Wettbewerbsentwicklung in den Bereichen Herzrhythmus-Management und Elektrophysiologie. Das Management hat angekündigt, nach den Zahlen zum dritten Quartal ein detailliertes Update zur Langfriststrategie zu liefern.
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