Boston Scientific greift zu und das nicht zu knapp. Die Amerikaner übernehmen den Medizintechnik-Spezialisten Penumbra für satte 15 Milliarden Dollar. Der Deal soll noch in diesem Jahr über die Bühne gehen und verschafft Boston Scientific Zugang zu hochspezialisierten Geräten für minimalinvasive Eingriffe. Die eigene Aktie reagierte vorbörslich mit einem Minus von knapp 3 Prozent auf 91 Dollar. Penumbra hingegen schoss um 14 Prozent nach oben auf 358 Dollar.
Die Rechnung ist schnell gemacht. Boston Scientific zahlt 374 Dollar je Penumbra-Aktie. Das entspricht einem Aufschlag von 19 Prozent auf den Schlusskurs vom Mittwoch. Der Unternehmenswert liegt bei rund 14,5 Milliarden Dollar, abzüglich der 470 Millionen Dollar Nettoliquidität von Penumbra. Finanziert wird das Ganze zu 73 Prozent in bar und zu 27 Prozent in Aktien. Rund 11 Milliarden Dollar will Boston Scientific über Bargeld und neue Schulden stemmen.
Das Portfolio wird deutlich breiter
Was bekommt Boston Scientific für sein Geld? Penumbra hat sich einen Namen gemacht mit Geräten zur Entfernung von Blutgerinnseln. Das Produktportfolio deckt Lungenembolien, Schlaganfälle, tiefe Venenthrombosen, akute Extremitätenischämie, Herzinfarkte und Aneurysmen ab. Alles Bereiche, in denen Boston Scientific jetzt deutlich stärker aufgestellt ist. Das Unternehmen selbst spricht davon, dass die Übernahme Umsatz und Margen langfristig verbessern wird.
Der Zeitpunkt passt ins Bild. Boston Scientific hatte zuletzt seine Jahresprognose angehoben, getrieben von der starken Nachfrage nach Herzgeräten. Jetzt wird das Kardiovaskulär-Geschäft nochmal kräftig ausgebaut. Medizintechnik-Konzerne setzen verstärkt auf diesen Bereich, weil die Nachfrage boomt. Der Abschluss der Transaktion ist für 2026 geplant. Bis dahin dürfte noch einiges an regulatorischer Arbeit anstehen. Für Anleger bleibt spannend, wie schnell sich die Integration auszahlt.
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