Turkish Airlines bestellt bis zu 150 Maschinen der 737-MAX-Familie bei Boeing — der größte Single-Aisle-Auftrag in der Geschichte der türkischen Fluggesellschaft. Die Vereinbarung wurde in Anwesenheit von Staatspräsident Recep Tayyip Erdoğan besiegelt und markiert den Abschluss von Gesprächen, die bereits 2025 begannen.
Konkret umfasst der Deal einen Festauftrag über 100 Maschinen des Typs 737-8 sowie Optionen auf 50 weitere 737-MAX-Jets. Turkish Airlines sichert sich zudem Umtauschrechte auf die größere 737-10-Variante, um flexibel auf steigende Passagierzahlen reagieren zu können.
Die Bestellung baut auf dem Kauf von bis zu 75 Boeing-787-Dreamlinern aus dem Vorjahr auf und unterstreicht den Ausbau der Flotte rund um das Drehkreuz Istanbul.
China-Geschäft bleibt Unsicherheitsfaktor
Während der türkische Auftrag klare Zahlen liefert, bleibt ein anderer Baustein für Boeing deutlich unschärfer: die im Mai vereinbarte chinesische Order über 200 Flugzeuge. US-Handelsvertreter Jamieson Greer sprach zuletzt davon, dass sich rund 140 Maschinen in einem „guten Zustand“ befänden und für zehn weitere Bestellungen Papiere ausgefertigt würden — konkrete Kunden, Modelle oder Lieferzeiträume blieben aber unbenannt.
Boeing-Chef Kelly Ortberg hat die Erwartungen an eine einzelne große Ankündigung ohnehin gedämpft: Einzelne chinesische Airlines würden ihre Order in eigenem Tempo platzieren und kommunizieren. Peking knüpft die Käufe zudem an US-Garantien für die Lieferung von Triebwerken und Ersatzteilen — ein Punkt, der die Umsetzung zusätzlich verzögern könnte.
Der politische Rahmen dafür wird sich in den kommenden Tagen weiter klären. US-Finanzminister Scott Bessent und Chinas Vize-Premier He Lifeng trafen sich diese Woche erneut, um „unerledigte Angelegenheiten“ vor dem Gipfeltreffen zwischen Donald Trump und Xi Jinping am Donnerstag im Weißen Haus zu klären.
Die Fortschritte bei Flugzeugbestellungen gelten dabei als eines von mehreren Signalen für den Zustand des laufenden Handelswaffenstillstands, der am 10. November ausläuft.
Für Boeing zeichnet sich damit ein zweigeteiltes Bild ab: Der türkische Auftrag ist fest verhandelt und beziffert, das chinesische Volumen bleibt politisch verklausuliert. Wie viele der 200 zugesagten Maschinen tatsächlich in feste Bestellungen münden, dürfte sich erst nach dem Trump-Xi-Treffen am Donnerstag klarer abzeichnen.
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