Boeing sucht gemeinsam mit Lufthansa und Rolls-Royce nach Wegen, Flugzeuge leiser und sparsamer zu machen. Die drei Partner starten noch im Juli Testflüge am Boeing-Standort in Glasgow, Montana — im Fokus steht ein verkürzter Triebwerkseinlauf mit dem Namen „Next Generation Inlet“.
Was genau getestet wird
Der Demonstrator kombiniert eine fortschrittliche Schalldämpfung mit modifizierten An- und Abflugverfahren. Boeings Chief Technology Officer Lane Ballard sieht darin Potenzial, die eigenen Dienstleistungen für Kunden wie Lufthansa und Zulieferer wie Rolls-Royce wertvoller zu machen. Eingebettet ist das Vorhaben in die dritte Phase eines FAA-Programms, das Energieverbrauch, Emissionen und Lärm im Luftverkehr schrittweise senken soll.
Die Aktie reagierte am Donnerstag mit einem Rücksetzer von 1,49 Prozent auf 214,87 US-Dollar im NYSE-Handel. Rolls-Royce gab in London parallel um 2,03 Prozent auf 13,63 Pfund nach. Ein direkter Zusammenhang zwischen der Kursbewegung und der Testankündigung lässt sich daraus nicht ableiten — Effizienzprogramme dieser Art zahlen sich frühestens über Jahre aus, kurzfristige Kursausschläge dürften andere Ursachen haben.
Parallel zu den Triebwerkstests bereitet sich Boeing auf einen der größten Branchentermine des Jahres vor. Kommende Woche zeigt der Konzern in Oshkosh, Wisconsin, sein Portfolio aus Verkehrsflugzeugen, Militärtechnik und Serviceangeboten — von der 737-800 über die P-8 bis zum B-52-Bomber. Die Messe, zu der mehr als 700.000 Besucher aus über 90 Ländern erwartet werden, dient Boeing auch als Bühne für den jährlichen Bericht zum Piloten- und Techniker-Bedarf sowie für Nachwuchsprogramme im MINT-Bereich.
Beide Termine — die Tests in Montana und der Auftritt in Oshkosh — zeigen, wie Boeing versucht, technologische Substanz und öffentliche Präsenz zu verbinden. Die Ergebnisse aus dem Next-Generation-Inlet-Programm dürften erst mit fortschreitender Testphase im Laufe des Jahres greifbar werden.
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