Der US-Flugzeugbauer hat einen entscheidenden Schritt zur Zertifizierung seines Langstreckenjets 777X absolviert. Die US-Luftfahrtbehörde FAA genehmigte die vierte von fünf Prüfphasen, die sogenannte Type Inspection Authorization (TIA) Phase 4B.
Diese Phase gilt als umfangreichster verbleibender Block der behördlichen Flugerprobung für die 777-9. Geprüft werden Avionik, Stabilität und Flugsteuerungssysteme – ergänzt durch ergonomische Tests.
Lieferzahlen erholen sich
Die Fortschritte beim 777X-Programm kommen zu einem kritischen Zeitpunkt. Boeing lieferte im Mai 60 Verkehrsflugzeuge aus – ein Drittel mehr als im Vorjahresmonat und eine spürbare Steigerung gegenüber den 47 Stück im April. Allein 51 Maschinen entfielen auf die 737 MAX, den höchsten Monatswert seit Wiederanlauf der Produktion Ende 2024.
Die Auslieferungen ziehen also an. Das ändert nichts daran, dass der Langstreckenjet 777X das zentrale Asset für die langfristige Wettbewerbsfähigkeit im Großraumsegment bleibt. Das Programm hat seit seiner Ankündigung mehrfach zeitliche Rückschläge erlitten.
Branchenprobleme und Produktionsziele
Auf der jüngsten IATA-Jahreshauptversammlung in Rio de Janeiro beklagten Airline-Chefs vor allem Probleme mit Triebwerkszuverlässigkeit und Wartungsintervallen. Die Engpässe treffen vorwiegend schmalrumpfige Flotten – also genau jenes Segment, in dem Boeing mit der 737 MAX sein Volumengeschäft betreibt.
Für dieses Modell peilt Boeing nun eine monatliche Produktion von 47 Maschinen an. Ein neues Montageband in Everett, Washington, soll dabei helfen. Der Auftragsbestand lag Ende Mai bei 6.178 Flugzeugen.
Kurs konsolidiert
Die Boeing-Aktie notiert bei 185,88 Euro – knapp über der 200-Tage-Linie bei 186,57 Euro. Der RSI von 44,5 signalisiert eine Konsolidierungsphase. Seit Jahresbeginn verlor das Papier 4,35 Prozent. Noch ist der Konzern vom 52-Wochen-Hoch bei 216,35 Euro gut 14 Prozent entfernt.
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