Boeing bekommt Rückenwind aus Asien – und das kommt zur rechten Zeit. Auf der einen Seite steht ein neuer Großauftrag, der die Nachfrage untermauert. Auf der anderen Seite schauen Anleger weiter skeptisch auf Produktions- und Zertifizierungspläne, vor allem beim 777X-Programm.
Neuer Kunde, klares Signal
Auf der Singapore Airshow hat Boeing gestern mit Air Cambodia eine Vereinbarung über bis zu 20 Jets vom Typ 737 MAX bekannt gegeben. Konkret umfasst der Deal 10 feste Bestellungen für die 737-8 sowie Kaufrechte für weitere 10 Flugzeuge.
Bemerkenswert: Es ist die erste Boeing-Bestellung von Air Cambodia. Für Boeing ist das vor allem deshalb wichtig, weil es eine greifbare Bestätigung liefert, dass Airlines in Asien weiter Kapazitäten aufbauen – und dabei auf die effizienteren Modelle setzen.
Dreamliner-Zeitplan steht – beim 777X bleibt Sand im Getriebe
Neben dem Auftrag gab es auch ein Update zur Produktion: Boeing peilt die ersten Auslieferungen der aufgewerteten 787 Dreamliner mit höherem maximalem Startgewicht in der ersten Jahreshälfte 2026 an. Die Flugzeuge befinden sich laut Unternehmen in der Endmontage und bewegen sich Richtung Zertifizierung.
Beim 777X ist die Lage dagegen komplizierter. Ein Bericht der Seattle Times (gestern) spricht von einem neuen Problem bei der Triebwerks-Haltbarkeit am 777-9-Testflugzeug. Boeing selbst rechnet zwar weiterhin mit der Zertifizierung in der zweiten Jahreshälfte 2026. Gleichzeitig könnte sich der kommerzielle Start – abhängig von Behördenfreigaben und der Einsatzbereitschaft der Airlines – bis 2027 verschieben. Genau diese Unsicherheit ist es, die Investoren an dem Programm seit Monaten festhält.
Ergebnis glänzt – aber nicht aus dem Kerngeschäft
Die Aktie hatte zuletzt eine schwankungsreiche Phase: In den sieben Tagen liegt sie 3,49% im Minus. Am Dienstag schloss der Titel bei 233,15 US-Dollar und stoppte damit eine Serie von sechs Verlusttagen.
Warum blieb die Stimmung trotz eines positiven Quartals-Headlines eher verhalten? Laut Analysten war das zuletzt gemeldete Ergebnis je Aktie von 9,92 US-Dollar vor allem durch einen einmaligen Gewinn von 9,6 Mrd. US-Dollar aus Vermögensverkäufen nach oben gezogen – und weniger durch operative Stärke. Entsprechend vorsichtig bleiben einige Häuser mit Blick auf Verschuldung und Umsetzungsrisiken.
Wichtige Punkte auf einen Blick:
– Air Cambodia bestellt 10 737-8 fest, plus Rechte für 10 weitere
– 787-Upgrade: erste Auslieferungen H1 2026 angepeilt
– 777X: Zertifizierung weiter H2 2026 erwartet, Start könnte bis 2027 rutschen
– Q4-EPS: 9,92 USD, stark beeinflusst durch Sondereffekt (9,6 Mrd. USD)
Unterm Strich liefert der Auftrag einen willkommenen Stabilitätsanker, doch der nächste echte Gradmesser bleibt der Fortschritt beim 777X: Entscheidend wird, ob Boeing den Zeitplan für die Zertifizierung in der zweiten Jahreshälfte 2026 halten kann – oder ob sich die Verzögerungen weiter in Richtung 2027 ausdehnen.
Boeing-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Boeing-Analyse vom 05. Februar liefert die Antwort:
Die neusten Boeing-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Boeing-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 05. Februar erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
